Zur Geschichte der Moskauer Prozesse 1936/38

242 ermordete oder verschollene deutsche Kommunist*innen

01/2017

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Altmann, Heinz. Geb. 30.1.1905 in Charlottenburg. KPD-Funktionär in Berlin, ab 1930 Mitglied der Leitung des UB Berlin-Nordwest, Lehrer an der Parteischule. 1933 Emigration, Dozent an der Moskauer Universi­tät. 1937 verhaftet, verschollen.

Antes, Kurt. Arbeiter, KPD-Funktionär. Emigrierte 1935 in die UdSSR und kam von Moskau nach Briansk. Dort arbeitete er als Streckenbauer auf einer Schachtanlage. 1937 wurde er als angeblicher Anhänger Heinz Neumanns verhaftet, er kam im Lager ums Leben.

Arendt, Kurt. Berliner Kommunist, Mitglied der Agitprop-Gruppe „Kolonne links". 1935 Emigration in die Sowjetunion, 1937verhaftet, verschollen.

Auerbach, Günther. Geb. 20.8.1903 in Breslau. Kaufmann. KPD-Funktionär. 1934 Emigration in die UdSSR. Übersetzer bei der „Deutschen Zentral-Zeitung" in Moskau. 1937 verhaftet, verschollen.

Bär, Dr. med., Jakob. Geb. 22.9.1894. Arzt in Berlin, Mitglied der KPD. 1933 Emigration, lebte auf der Krim. 1937 zusammen mit seiner Frau verhaftet, kam er ums Leben.

Barta, Alexander. Aus Ungarn stammender Schriftsteller, vor 1933 Mitarbeiter der „Roten Fahne", nach 1933 Redakteur der deutschen Ausgabe der Moskauer „Internationalen Literatur". Verschwand gegen Ende der Säuberungen 1939.

Baumann, Gustav. Berliner Kommunist. Arbeitete nach der Emigration in Moskau als Koch im „Hotel Lux", der Unterkunft der Komintern-Führer. Der beinamputierte Baumann starb im Gefängnis.

Baumann, Herbert. Geb. 30.1.1908 in Usedom. KPD-Funktionär, emigrierte nach 1933 in die UdSSR, dort 1937 oder 1938 verhaftet, seither verschollen.

Bayer, Erich. KPD-Funktionär in Berlin, 1934 Flucht in die UdSSR, 1937 verhaftet und 1941 nach Deutschland ausgeliefert.

Beck, Hans. Geb. 4.1.1894 in Erfurt. Feinmechanikerlehre. Während der Lehrzeit Eintritt in die Gewerkschaft, 1913 Mitglied der SPD. Beck gehörte im Januar 1919 zu den Mitbegründern der KPD in Thüringen. 1923 Arbeiterratsvorsitzender der Zeiss-Werke. 1924 Abgeordneter des Thüringer Landtags. Ende 1926 Mitarbeiter in der Gewerkschaftsabtei­lung des ZK. Im Oktober 1928 aus der Partei ausgeschlossen, dann Mitglied der KPO, deren Reichsleitung er von 1929 bis 1932 angehörte. Beck hatte eine Russin geheiratet, er emigrierte 1933 in die Sowjetunion. Das letzte Lebenszeichen von ihm stammt aus dem Jahre 1935, er wurde Opfer der Stalinschen Säuberung.

Bergmann Dr. med., Hermann. Geb. 31.12.1892 in Küstrin. Vor 1933 KPD-Funktionär in Berlin-Schöneberg, flüchtete 1933 in die Sowjetunion. Er wurde 1937 verhaftet und starb im NKWD-Gefängnis.

Bernier, Traute (Gertrud). Geb. 4.8.1901 in Doberan. Stenotypistin. Sie arbeitete nach der Emigration als Schreibkraft, dann als Sekretärin bei der Moskauer „Deutschen Zentral-Zeitung". Als „Familienmitglied eines Volksfeindes" 1938 verhaftet und zu drei Jahren verurteilt (ihr Mann Richard Greve, Chefredakteur der Zeitung, war vorher verhaftet worden) seither verschollen.

Beutling, Theodor. Geb. 22.1.1898 in Odessa, kam als Kind mit seinen Eltern nach Deutschland. Nach der Volksschule Metallarbeiter. 1918 Mitglied der USPD, ab 1920 der KPD. 1924 Chefredakteur der Parteizeitung in Mecklenberg, später auch bei anderen KPD-Blättern. 1928 MdR. Als er 1932 die Redaktion der KPD-Zeitung „Volkswacht" in Stettin leitete, wurde er im Juni zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. 1933 emigrierte Beutling in die Sowjetunion, wo er bis 1937 Leiter der Moskauer „Universität des Westens" war. 1937 vom NKWD verhaftet und ermordet.

Biefang, Johann. Geb. 2.8.1893 in Moers. Nach dem Weltkrieg USPD, 1920 KPD, Redakteur an Parteizeitungen. Es war nicht zu ermitteln, ob er mit dem „Julius" Biefang verwandt oder sogar identisch war, der als Vertreter des Ruhrgebiets 1927 in das ZK der KPD gewählt wurde. Für die Identität beider Personen spricht indes, daß „Julius" Biefang 1929 aus dem ZK ausschied, und fast zur gleichen Zeit Johann Biefang in die UdSSR übersiedelte. Er war bei der Komintern beschäftigt und geriet 1937 in die Säuberungen, seither ist er verschollen.

Biletzki, Georg. Geb. 18.3.1907. Vor 1933 in der Leipziger KPD aktiv, von Beruf Lehrer, wurde er 1937 in der UdSSR verhaftet. Er war 1939/40 im Lager Norilsk gefangen, wo er als Sanitäter gearbeitet haben soll, seither verschollen.

Birkenfeld, Ludwig. Geb. 23.1.1903. Schriftsteller, vor 1933 für die KPD aktiv, wurde 1937 in Moskau verhaftet und ist verschollen. Seine Frau (Lehrerin an der Karl-Liebknecht-Schule) wurde verbannt.

Birkenhauer, Erich. Geb. 21.1.1903 in Essen. Bis 1922 Besuch des Lehrerseminars, 1924 Mitglied der KPD, ab 1925 Redakteur an KPD-Zeitungen. 1929 ein Jahr Festungshaft, 1931 Chefredakteur des „Ruhr-Echo", 1932 in Berlin einer der Sekretäre Thälmanns. Von März bis Oktober 1933 im KZ. Er emigrierte nach Prag, dann nach Moskau, dort wurde er 1937 verhaftet und wahrscheinlich erschossen (Biographie: Weber, Wandlung).

Bismark, Willi. Geb. 5.6.1902 in Wittstock. Vor 1933 KPD-Funktionär in Berlin, emigrierte 1935 in die UdSSR und wurde dort 1937 verhaftet. Nach mehrjähriger Haft im Zwangsarbeitslager Norilsk wurde er 1940 an die Gestapo ausgeliefert.

Blatschek, Anton. Geb. 1901. Rohrleger. KPD seit 1931, Leiter einer kommunistischen Häuserschutzstaffel in Berlin. Auf Parteibeschluß im Juni 1933 Studium in der Sowjetunion, an der Kommunistischen Uni­versität der nationalen Minderheiten des Westens (Kaderschule der Komintern). Im Juli 1935 politischer Instrukteur im Donbass, 1935 abgesetzt und 1937verhaftet. 1940nachDeutschland abgeschoben, nach Gestapohaft zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Bloch, Hans (andere Angaben: Alexander). Geb. 1900. Vor 1933 Lokal­redakteur der Essener KPD-Zeitung „Ruhr-Echo". 1934 Emigration, Redakteur bei der „Deutschen Zentral-Zeitung" in Moskau. Am 8., März 1938 verhaftet. Bloch wurde 1940 aus dem Lager geholt, nach Deutschland abgeschobenerwidersetztesichanderGrenzeohneErfolg der Auslieferung. Er ist als Jude später in einem Vernichtungslager der Nazis umgekommen.

Boguslawski, Else. Schauspielerin. Sie wurde in Moskau zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt und starb im Lager Kolyma.

Born, Georg. Schriftsteller, dessen genaue Identität unbekannt ist. Er veröffentlichte in der Sowjetunion zwei Romane (darunter: Tagebuch des SA-Mannes Willi Schröder), wurde verhaftet und öffentlich als „Schriftsteller-Spion" attackiert (Einzelheiten s. Pike).

Borowski, Noah. Geb. 1.10.1885 in Peski (Rußl.). 1906 nach Sibirien verbannt, kam er 1907 nach Chemnitz, schloß sich der SPD an. 1919 KPD, 1921 Mitglied des Zentral-Ausschuß. 1923/24 Chefredakteur des „Kämpfer" in Chemnitz, als Anhänger Brandlers 1925 aus der KPD ausgeschlossen, 1926 wiederaufgenommen, 1929erneut Ausschluß, Mit­glied der KPO. An der deutschen Übersetzung der Werke Lenins beteiligt, übersiedelte er 1931 nach Moskau. 1938 verhaftet, starb er 1944.

Brand, Gustav. Geb. 1902 in Teplitz-Schönau, Schriftsteller. Gehörte der KPD-Exilorganisation in Moskau an, von dieser 1936 ausgeschlossen und daraufhin verhaftet, ist er seither verschollen.

Brinkmann (alias Müller), Georg. Arbeitete im Exekutivkomitee der Komintern als Kaderleiter der deutschen Sektion, bekannt als „Kader-Müller". Er wurde 1937 verhaftet, kam in ein Lager. 1940 in einer Auslieferungsstelle, um nach Deutschland abgeschoben zu werden, ist er seither verschollen.

Broede, Paul. Geb. 30.12.1912 in Berlin. Arbeiter, Sohn des 1935 in Deutschland zum Tode verurteilten Friedrich Broede, der im Nazi-Ge­fängnis ums Leben kam. Paul Broede wurde 1937 in Moskau verhaftet, 1940 nach Deutschland ausgeliefert, seither verschollen.

Buchholz, Gustav. Geb. 1897. Emigrierte in die UdSSR und wurde dort im Oktober 1937 verhaftet. 1940nach Deutschland ausgeliefert, seither verschollen.

Budich, Willi. Geb. 16.4.1890 in Cottbus. Ingenieur. 1910 SPD, im Krieg Spartakusgruppe, 1918 deswegen verhaftet. Nach der Revolution Führer des „Roten Soldatenbundes" der KPD, im Dezember 1918 schwer verletzt. Mitglied der Führung der Münchner Räterepublik 1919. 1920 Übersiedlung in die UdSSR, 1929 Rückkehr nach Deutschland, Leiter der Geschäftsabteilung des ZK, November 1932 Reichstagsabge­ordneter. 1933 verhaftet, August 1933 Emigration nach Moskau, dort 1937 verhaftet, kam er (1940 oder 1941) in der Haft ums Leben (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Lexikon).

Bühren, Karl Robert. Geb. 5.8.1888 in Elberfeld. Sportlehrer, Bundessportwart der Arbeiter-Turn-und Sportbewegung, Dozent an deren Bundesschule in Leipzig und Mitglied der SPD. 1933 Mitarbeiter im Arbeiter-Turn- und Sportverband derTschechoslowakischen Republik. 1935 Übertritt zur kommunistischen Arbeitersport-Internationale und Emigration nach Moskau. Sportlehrer an der Staatlichen Sportschule in Moskau. 1937 zusammen mit seinem Sohn Friedrich-Karl (geb. 1912) verhaftet, beide sind in den Säuberungen umgekommen. Seine Frau, Schwiegertochter und ein Enkel konnten 1940 durch Vermittlung der deutschen Botschaft ausreisen.

Bürger, Joseph. Geb. 1915. Emigrierte nach 1933 in die Sowjetunion und wurde dort imjuni 1937 verhaftet. 1940 nach Deutschland ausgelie­fert, seither verschollen.

Bulian, Otto. Geb. 21.3.1886 in Granowka (Kreis Thorn). Maschinenformer. Vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD, seit Gründung der Partei 1919 in der KPD aktiv. 1923 im Militärapparat und anschließend im „Ordner-Dienst" der KPD tätig. Im Oktober 1925 wegen dieser illegalen Arbeit zu 2 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis im hauptamtlichen Apparat. Bulian war bis 1933 wieder im M-Apparat tätig, vor allem für Waffenbeschaffung verantwortlich. Er emigrierte in die Sowjetunion, wo er während der Stalinschen Säuberungen 1937 verhaftet wurde und umkam.

Bürde, Fritz. Geb. 20.9.1901 Schlosser, KPD-Funktionär in Berlin-Schöneberg. 1934 oder 1935 in die Sowjetunion emigriert, 1937 in Moskau verhaftet und seither verschollen.

Cahn-Curt, Kurt. Ingenieur und Kommunist aus Wiesbaden. 1938 verhaftet und ins Zwangsarbeitslager Norilsk deportiert, dort vermutlich umgekommen.

Charpentier, Fritz. Geb. 21.12.1869 in Norden. Kaufmann. 1917 USPD, Parteisekretärin Solingen, 1921-1924 MdL Preußen. Nach dem Aufstandsversuch 1923 polizeilich gesucht, emigrierte er in die Sowjetunion. Er gehörte 1928 zur Opposition und soll bereits damals in einem sowjetischen Gefängnis umgekommen sein (Biographie: Weber, Wandlung).

Creutzburg, August. Geb. 6.3.1892 in Fischbach (Thür.). Maler. 1908 SPD, 1917 USPD, 1920 KPD. Seit 1919Parteisekretär, von 1924 bis 1928 und 1930 bis 1933 Reichstagsabgeordneter. Polleiter von KPD-Bezirken, ab 1929 Leiter der Orgabteilung des ZK. 1933 Emigration nach Amsterdam, dann Moskau. Im Oktober 1937 verhaftet, zu 25 Jahren verurteilt. Nach SED-Angaben 1938 in Saratow „gestorben" (also in Haft), nach anderen Angaben war er noch 1940 in der Auslieferungszelle nach Deutschland. (Biographie: Weber, Wandlung, Biogr. Lexikon.)

Dannemann, Erna, geb. Wiegand. Geb. 4.5.1906. KPD-Funktionärin aus Berlin. 1933 nach Moskau, Angestellte der Komintern. 1937 zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und nach Kolyma deportiert. 1940 sollte sie nach Deutschland ausgeliefert werden, kam aber bei der Rückfahrt nach Wladiwostok bei einem Schiffsuntergang ums Leben.

Dattan,Otto. Geb. 24.2.1875 in Austedt. Kaufmann. Vor 1914 SPD,im Krieg Spartakusgruppe, Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KPD. Ab 1919 aktiver Funktionär der KPD in Elberfeld. 1922/23 Redakteur der „Roten Arbeitertribüne" Elberfeld, Stadtverordneter in Barmen. 1924 als Anhänger des rechten Parteiflügels in den H intergrund gedrängt, blieb aber bis 1933 aktiv. 1933 Emigration, 1935 in die Sowjetunion, dort während der Stalinschen Säuberungen verhaftet und im Gefängnis ums Leben gekommen.

David, Fritz. Geb. 1897 bei Wilna. Seit 1929 Mitarbeiter des ZK der KPD, einer der Theoretiker der Partei. 1932 Verfasser des Buchs: „Der Bankrott des Reformismus". 1933 Emigration in die UdSSR, enger Mitarbeiter Piecks. 1936 verhaftet, im Schauprozeß gegen Sinowjewu. a. vor Gericht gestellt, am 24.8.1936 zum Tode verurteilt und hingerichtet (Biographie: Weber, Wandlung, Biogr. Handbuch).

David, Hans Walter. Geb. 26.3.1893 in Mönchen Gladbach, Komponist. 1914 Kriegsfreiwilliger, bis 1918 an der Front, Auszeichnung EK I. Klasse. Nach 1918 Kriegsgegner, Mitglied der KPD. Studium in Berlin, bis 1933 Dirigent und Komponist in Düsseldorf. 1933 Emigration nach Frankreich, dann Italien. Auf Einladung des „Verbandes der Sowjetkomponisten" 1935 in die UdSSR, zusammen mit seiner Frau Lina geb. Nathan. 1936 Generalmusikdirektor in Engels (Republik der Wolgadeutschen). Er schrieb in der „Deutschen Zentral-Zeitung", er habe „im Lande des Sozialismus eine neue Heimat gefunden." Am 5. November 1937 verhaftet, gefoltert. Seine Frau wurde ausgewiesen und ging nach Belgien. Angeblich wurde er festgenommen, weil er Stalin eine Geburtstagshymne geschickt hatte, diese war aber in der verfemten Zwölf tonmusik geschrieben. Wegen angeblicher Spionage für Deutschland zu 5 Jahren Arbeitslager verurteilt. 1940 nach Deutschland ausgeliefert, kam er als Jude nach Lublin und übernahm eine Funktion im Getto. 1942 von der Gestapo festgenommen, wurde er im KZ Majdanek vergast.

Deutschländer, Oskar. KPD-Funktionär, 1933 in die Sowjetunion emigriert. Redaktionssekretär der „Deutschen Zentral-Zeitung", im Februar 1938 verhaftet und seither verschollen.

Dietrich, Paul. Geb. 6.11.1889 in Groß-Warzula (Thür.). Volksschullehrer. 1909 SPD, 1917 USPD, 1920 KPD, Mitglied des Zentral-Aus-schuß. 1924 Chefredakteur „Hamburger Volkszeitung", 1927 Mitglied des ZKder KPD, 1928 Reichstagsabgeordneter, MitarbeiterThälmanns in Berlin. Als „Versöhnler" Ende 1929 abgelöst, Redakteur. 1934 Emigration ins Saargebiet, 1936 in die UdSSR, Redakteur in Leningrad. 1937 verhaftet, kam als Opfer der Stalinschen Säuberungen ums Leben (Biographie: Weber, Wandlung).

Dittbender, Walter. Geb. 29.11.1891 in Stettin. Schlosser. 1917 USPD, 1920 KPD. 1929 Reichsleiter der „Roten Hilfe". 1933 verhaftet, entlastete Dimitroff im Reichstagsbrandprozeß. 1934 aus dem KZ entlassen, Emigration in die UdSSR, dort 1936 verhaftet. Legte ein „Geständnis" ab, wurde 1937 zum Tode verurteilt und hingerichtet (Biographie: We­ber, Wandlung; Biogr. Handbuch).

Doll, Franz. Geb. 6.11.1906 in Durlach (Baden). Dreher. 1921 KPD. Redakteur an Parteizeitungen, 1932 Reichstagsabgeordneter, Politischer Leiter des Bezirks Baden-Pfalz der KPD. 1933 Illegalität, zunächst in Mannheim, dann im Ruhrgebiet. 1935 Emigration ins Saargebiet, seither verschollen. Nach KPD-Angabe kam er in Gestapohaft um, wahrscheinlicher ist, daß er in die UdSSR emigrierte und Opfer der Säuberungen wurde. Dafür spricht, daß ihn die Gestapo noch im Frühjahr 1941 auf der Sonderfahndungsliste führte. Zwar hieß es in einem Schreiben des ZK der KPD vom 17.12.1945, Doll sei im Mai 1935 als Polleiter in München verhaftet worden, doch fehlt er in den Listen der SED von Widerstandskämpfern gegen den Faschismus. Seine Frau erhielt im Januar 1934 das letzte Lebenszeichen.

Drach, Hans. Schauspieler, Kommunist, emigrierte in die Sowjetunion und arbeitete am Deutschen Staatstheater in Engels. 1937 oder 1938 verhaftet, 1940 an die Gestapo ausgeliefert, seither verschollen.

Duti, Hilde, geb. Peuker. 1937 in Moskau verhaftet.

Eberlein, Hugo. Geb. 4.3.1887 in Saalfeld. Techn. Zeichner. 1906 SPD, führend im Spartakusbund. Mitglied der Zentrale der KPD von 1919 bis 1929, 1924 und 1927/28 auch des Politbüros. Mitbegründer der Komintern 1919. Von 1921 bis 1933 MdL Preußen. 1929 führender „Versöhnler" , deswegen abgesetzt, in der Komintern aktiv. 1933 Emigration nach Frankreich, 1936 in die UdSSR. 1937 verhaftet, sollte er 1940 an die Gestapo ausgeliefert werden, blieb aber in sowjetischer Haft und kam im Januar 1944 im Lager ums Leben, auch sein Sohn Wern (heute Mitglied des Politbüros der SED) und zwei weitere Familienangehörige wurden inhaftiert (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Lexikon).

Eichenwald, Fritz. Geb. 29.5.1901, KPD-Funktionär in Recklinghausen, 1935 Emigration in die Sowjetunion, dort verhaftet und seither verschollen.

Emel, Dr. phil., Alexander (rieht.: Moses Lurje).Geb. 1897 bei Minsk. Promovierte in Berlin, 1921 Mitglied der KPD. 1925 bis 1927 in der UdSSR, zunächst Anhänger der Sinowjew-Opposition, dann Übergang zu Stalin. 1927 Rückkehr nach Deutschland, stellv. Leiter der Agitpropabteilung des ZK, 1931 abgesetzt. 1933 Emigration in die UdSSR, 1936 einer der Angeklagten im Sinowjew-Prozeß, zum Tode verurteilt und hingerichtet (Biographie: Weber, Wandlung).

Epe, Heinz. Geb. 25.12.1910 in Remscheid. 1928-29 Studium in Köln und Wien. Trotzkist. Unter dem Decknamen Walter Held Leiter des Internationalen Jugendsekretariats der kommunistischen Linksopposition. 1933 Emigration in die CSR, Frankreich, Norwegen und im Krieg nach Schweden. Er veröffentlichte in „Unser Wort" im Oktober 1938 einen Artikel „Stalins deutsche Opfer und die Volksfront", in dem er bereits auf die Ermordung von Neumann, Remmele, Schubert, Hirsch, Süßkind, Birkenhauer, Haus, Halle, Carola Neher u.a. verwies. Die Haltung der Kommunisten und der „Volksfront" gegenüber dem Schicksal der Stalin-Opfer nannte er „das traurigste und beschämendste Kapitel in dieser blutigen Tragödie." Er wollte über die UdSSR nach USA flüchten, wurde aber in der Sowjetunion verhaftet und ist — ebenso seine Frau und ein Sohn — in einem Lager umgekommen. (Biographie: E. Lorenz: Heinz Epe, in: Widerstand und Verfolgung in Remscheid. Wuppertal 1986, Bd.2, S.16ff.)

Erdmann, Joseph. Geb. 4.12.1900 in Labischin Krs. Schubin. Hilfsarbeiter, zunächst in Bromberg, dann in Essen. 1922 Übersiedlung nach Berlin, seit 1926 Bezirksverordneter der KPD in Neukölln, von 1929 bis 1933 Stadtverordneter in Berlin. 1933 Emigration in die Tschechoslowakei, dort Instrukteur der KPD, später Übersiedlung in die UdSSR. Vermutlich in Gorki verhaftet und seither verschollen.

Ernst, Wilhelm. KPD-Funktionär, emigrierte 1933 in die Sowjetunion. Dort war er ab 1933 Angestellter der Komintern, wurde 1937 verhaftet und nach Norilsk deportiert, seither verschollen.

Esser, Josef. Geb. 21.3.1893 in St. Wendel/Saar. Bergmann, später KPD-Funktionär in Düsseldorf. Nach 1933 Emigration in die Sowjetunion, dort wurde er als Anhänger der „Neumann-Gruppe" 1937 verhaftet und ist seither verschollen.

Fehler, Anni. KPD-Funktionärin, sie emigrierte 1933 in die UdSSR. Während der Säuberungen verhaftet, wurde sie zuletzt in einem Transport nach Wladiwostok gesehen.

Fehrmann, Heinz. Geb. 22.3.1903 in Geestmünde. KPD-Funktionär. Er absolvierte die Lenin-Schule in Moskau und war dann Lehrer an der Universität des Westens in Moskau. 1937 verhaftet, befander sich 1940 in der Auslieferungszelle nach Deutschland. Vermutlich aber nicht ausgeliefert und kam in der Sowjetunion ums Leben.

Finkemeyer, Heinrich. Geb. 14.4.1902 in München. Anstreicher. KPD-Funktionär in Oberhausen. Fand als Arbeitsloser in der Sowjetunion Beschäftigung. 1937 verhaftet und vermutlich erschossen. Seine Frau Gertrud, geb. Biroth, kehrte nach Deutschland zurück (vgl. K. Krupinski: Rückkehrer berichten über die Sowjetunion. Berlin 1942, S.54, 224).

Fischer, Gustav. In der sowjetischen Emigration Lehrer am Moskauer Institut für Fremdsprachen, 1938 verhaftet und ist verschollen.

Fischmann, Marie, geb. Korschunow. Geb. 25.3.1878. Flüchtete als Jüdin aus Berlin in die Sowjetunion und war als Stenotypistin bei der Komintern beschäftigt. 1937 verhaftet, wurde sie von M. Buber-Neumann 1940 im Gefängnis Butyrka gesehen, sie ist verschollen.

Flemmig, Erich. Geb. 8.10.1904 in Lichtentanne. Steinbrucharbeiter, KPD-Funktionär in Sachsen. Emigrierte in die Sowjetunion und wurde 1937 verhaftet. Er war 1940 in der Auslieferungszelle für Deutschland, wurde aber nicht „überstellt" (stand noch in der Gestapo-Fahndungsliste von 1941), verschollen.

Flieg, Leo. Geb. 8.11.1893 in Berlin. Galt lange Jahre als die „graue Eminenz" der KPD. Nach dem Krieg Mitorganisator der kommunistischen Jugendbewegung, von 1922 bis 1932 Sekretär des Politbüros der KPD. Von 1924 bis 1933 MdL Preußen, von 1929 bis 1932 auch Mitglied des Politbüros und seit 1928 Mitglied der Internationalen Kontrollkommission der Komintern. Als Anhänger Heinz Neumanns 1932 degradiert, aber auf der „Brüsseler Konferenz" der KPD 1935 wieder ins ZK gewählt. 1937 von Paris nach Moskau gerufen, wurde er verhaftet und 1939 erschossen (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Lexikon).

Forst, Leopold. Redakteur der „Deutschen Zentral-Zeitung" in Moskau, 1936 versetzt und 1937 verhaftet, kam er vermutlich im Lager ums Leben.

Franke, Ernst. Geb. 14.6.1892 in Hamburg. Arbeiter, ab 1920 Parteise­kretär und von 1921 bis 1924 KPD-Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Er emigrierte in die Sowjetunion und arbeitete in Char­kow. Dort wurde er 1937 verhaftet und kam vermutlich im Lager ums Leben.

Franken, Paul. Geb. 27.6.1894 in Höhscheid/Krs. Solingen. Former. 1917 USPD, 1920 KPD. Bei den Diskussionen um die „März-Aktion" 1921 gehörte er zu den Anhängern Paul Levis. 1921 bis 1924 MdL Sachsen. Er leitete das Gewerkschaftskartell in Zeitz. 1922 ging er zur SPD zurück und wurde Redakteur am Zeitzer „Volksboten". Nach illegaler Arbeit gegen das Hitler-Regime mußte er 1936 emigrieren und kam über die CSR und Riga nach Leningrad. Dort 1937 verhaftet, wurde er in ein Lager im Polargebiet verschleppt. Von Hunger und Hoffnungslosigkeit gebrochen starb er qualvoll an einer Blutvergiftung. Wie Susanne Leonhard berichtete, galten seine letzten Flüche Hitler und Stalin.

Friedländer, Dorothea, geb. Ehrlich. Geb. 11.6.1894 in Beuthen. Buchhalterin. Verheiratet mit Leo Friedländer, war sie seit den zwanziger Jahren KPD-Funktionärin in Berlin. Sie kandidierte 1929 für die Stadtverordnetenwahlen. Als Funktionärin des „Roten Frauen- und Mädchenbund" aktiv, war sie Kandidatin der KPD für den Verwaltungsbezirk Mitte. Im Mai 1933 emigrierte sie mit ihrem Mann nach Prag, dann in die Sowjetunion. In den Stalinschen Säuberungen verhaftet, kam sie im Zwangsarbeitslager Kolyma ums Leben.

Friedländer, Leo. Geb. 7.5.1895 in Posen. Nach dem Medizinstudium Arzt in Berlin, Kommunist. Im März 1933 wurde er in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, konnte aber wie alle KPD-Abgeordneten sein Mandat nicht mehr ausüben. Er floh — als Jude und Kommunist besonders gefährdet — mit seiner Frau Dorothea nach Prag. Dort war er in der „Liga für Menschenrechte" aktiv und arbeitete beim „Gegenangriff" mit. Von Prag Übersiedelte er in die Sowjetunion, wurde 1937 verhaftet und kam als Opfer der Stalinschen Säuberungen ums Leben.

Fröhlich, Goldine, geb. Hartog. Geb. 7.6.1898 in Haaren. Verlagsleiterin, in der KPD aktiv. Ihr Mann, Horst Fröhlich, hatte hohe Parteifunktionen und war 1930 Redakteur der „Roten Fahne". 1931 übersiedelten beide in die Sowjetunion. Horst Fröhlich wurde 1934 nach Deutschland zurückgeschickt, arbeitete illegal, 1936 verhaftete ihn die Gestapo. Er kam im Januar 1943 im KZ Auschwitz ums Leben. Seine Frau wurde 1937 in der Sowjetunion verhaftet, sie ist als Opfer der Säuberungen verschwunden.

Geißler, Rolf. Geb. 1920, kam mit den Eltern in die Sowjetunion und war zusammen mit Wolfgang Leonhard im Moskauer Kinderheim Nr. 6. Dort wurde er im März 1938 im Alter von 17 1/2 Jahren verhaftet, vermutlich kam er im Lager ums Leben.

Gerschinski, Georg. Geb. 27.7.1912 in Neukölln. Besuchte als Jugendlicher in Berlin-Neukölln die Karl-Marx-Schule und schloß sich der KPD an. Er kam nach 1933 in die Sowjetunion und war als Deutschlehrer an der Moskauer deutschen „Karl-Liebknecht-Schule" beschäftigt. Im März 1937 verhaftet, verschwand er als Opfer der Säuberungen.

Götz, Hans. Geb. 26.1.1899 bei Bonn. Schmied. 1925 KPD, wurde 1929 in die erweiterte Bezirksleitung Mittelrhein gewählt. 1931 wegen „Aufruhrs" zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt, wegen „Disziplinlosigkeit" formal aus der KPD ausgeschlossen. Übersiedelte im Februar 1932 —vermutlich um sich den Haftstrafen zu entziehen — in die Sowjetunion. Ein letztes Lebenszeichen erhielten seine Verwandten Ende 1933. Götz wurde ein Opfer der Stalinschen Säuberungen.

Gog, Gregor. Geb. 7.11.1891 in Schwerin. Der deutsche Schriftsteller versuchte in der Weimarer Republik eine Bruderschaft der Vagabunden zu organisieren und gab von 1927 bis 1929 deren Organ „Der Kunde" heraus. Die Nazis inhaftierten ihn 1933, er kam bis Ende des Jahres ins KZ. Danach emigrierte er in dieSchweizund 1936indie Sowjetunion. Er wurde 1940 verhaftet und nach Sibirien verbannt. 1944 entlassen, mußte er in Tadschikistan bleiben, wo er 1945 an Tuberkulose starb.

Golke, Arthur. Geb. 14.10.1886 in Danzig. Dreher. 1908 SPD, 1917 USPD, 1919 KPD. Von 1922 bis 1925 Kassierer der Berliner KP, von 1925 bis 1933 Hauptkassierer der KPD, Mitglied des ZK und MdL Preußen. Im März 1933 Emigration nach Paris, dann nach Moskau. 1937 verhaftet und 1939 ermordet. (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Lexikon).

Granz, Bruno. Geb. 6.12.1880 in Callenburg (Schlesien). Bäckermeister. In Limbach (Sachsen) vor dem Ersten Weltkrieg in der SPD, im Krieg für die Spartakusgruppe aktiv. Mitbegründer der KPD in Limbach und von 1919 bis 1933 Stadtverordneter. Von 1922 bis 1926 MdL Sachsen. Er gehörte in der KPD zum rechten Parteiflügel um Heinrich Brandler. 1933 emigrierte er indie Tschechoslowakei, 1937 in die Sowjetunion, dort wurde er Opfer der Stalinschen Säuberungen. Das SED-Organ „Freie Presse" (Karl-Marx-Stadt) schrieb zu seinem 100. Geburtstag im Dezember 1980, er sei in der UdSSR „nach längerer Krankheit" verstorben, nannte aber kein Todesdatum.

Greve, Richard. Geb. 17.3.1897 in Hamburg. Maurer, in der Weimarer Republik, Funktionär der KPD. Emigration in die Sowjetunion, wo er 1937 Chefredakteur der „Deutschen Zentral-Zeitung" wurde. Nach einigen Monaten wurde er verhaftet und verschwand als Opfer der Säuberungen.

Günther, Dr. rer. pol., Dr. jur., Hans. Geb. 8.9.1899 in Bemburg/Anhalt. Nach dem Studium promovierte er 1923 mit einer Arbeit zur Marxschen Mehrwerttheorie. Der Schriftsteller trat 1930 der KPD bei und war Mitarbeiter der Abteilung Agitprop des ZK der KPD und der „Roten Fahne". 1932 in Moskau Redakteur der „Internationalen Literatur". Sein Werk „Der Herren eigner Geist. Die Ideologie des Nationalsozialismus" erschien 1935 in Moskau, doch im November 1936 wurde er verhaftet und zu 5 Jahren Lager verurteilt. Er starb im Oktober 1938 in einem Durchgangslager bei Wladiwostok. Das DDR-„Lexikon sozialistischer deutscher Literatur" schrieb über ihn 1964: „Aufgrund falscher Anschuldigungen in der Zeit des Personenkults verurteilt, nach dem 20. Parteitag der KPdSU rehabilitiert". 1981 erschienen im Aufbau Verlag (Berlin/Weimar) ausgewählte Schriften von Hans Günther („Der Herren eigner Geist"). Im Nachwort hieß es, er sei am 4.11.1936 „unter ungerechtfertigten Anschuldigungen" verhaftet worden, am 10.10.1938 im Lager Wladiwostok an Typhus gestorben. „1956 wurde er von der Regierung der UdSSR rehabilitiert".

Güßfeld, Käthe. Geb. 15.5.1899 in Berlin. Nach der Emigration 1933 Journalistin und Übersetzerin in Moskau, 1937 verhaftet, verschollen.

Gutmann, Hedi (Helene Baer). Geb. 14.4.1879 in Berlin. Mitarbeiterin am Marx-Engels-Institut in Moskau, später Deutschlehrerin in Moskau. Verhaftet unter der absurden Beschuldigung, ihre Wohnung sei die Gestapo-Zentrale in Moskau gewesen, seither verschollen.

Hagel, Franz. Funktionär der KPD in Berlin-Köpenick. Emigrierte in die Sowjetunion, wurde 1937 verhaftet, 1940 nach Deutschland ausgeliefert und von der Gestapo festgenommen. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Halle, Dr. jur., Felix. Geb. 1.5.1884 in Berlin. Rechtsanwalt. Seit 1922 Hauptberater der KPD in juristischen Fragen, Mitarbeiter des ZK. Verfasser mehrerer Schriften („Wie verteidigt sich der Proletarier vor Gericht?"). 1933 verhaftet, danach Emigration Frankreich, 1937 UdSSR. Er wurde im gleichen Jahr in Moskau verhaftet und starb noch 1937. Es ist nicht bekannt, ober erschossen wurde oder im Lager umkam. Seine Frau (Dr. Ruth geb. Kämmrich, geb. 1886), die unter dem Pseudonym Fannina Halle Schriften über die Rolle der Frau in Sowjetrußland veröffentlicht hatte, beging nach seiner Verhaftung Selbstmord (Biographie: Weber, Wandlung).

Haus, Rudolf (richt. Robert Hauschild). Geb. 28.4.1900 in Gera. Schriftsteller. KPD-Funktionär. Mitarbeiter der KPD-Presse, vor allem für philosophische Fragen. Verfaßte eine Studie über das Verhältnis von Marx und Feuerbach. 1933 Emigration in die UdSSR, Redakteur bei der „Deutschen Zentral-Zeitung" in Moskau. Er wurde 1936 verhaftet und vermutlich erschossen.

Hauschild, Hilde, geb. Löwenstein. Geb. 27.11.1904 in Leipzig. Als Kommunistin 1933 emigriert, am 20. November 1937 in der UdSSR verhaftet (bereits im April 1937 war ihr die deutsche Staatsangehörigkeit von den NS-Behörden aberkannt worden). Sie sollte im Februar 1940 nach Deutschland ausgeliefert werden, da sie nicht mehr als deutsche Staatsangehörige galt, kam es zu Schwierigkeiten. Ihr weiteres Schicksal war nicht zu ermitteln.

Hebel/Holz, Rudi. Geb. 21.5.1905 in Berlin. Tischler. Mitglied der Unterbezirksleitung Südwest der Berliner KP, nach 1933 im Widerstand aktiv. Er flüchtete 1935 in die Sowjetunion, wo er 1937 in Odessa verhaftet wurde. 1940 nach Deutschland ausgeliefert, kam er im KZ Mauthausen ums Leben.

Herzberg, Adele. Kommunistin aus Berlin. Emigration in die Sowjetunion. Bei Kriegsausbruch verhaftet, 1954 in Jenissejsk in der Verbannung von Stajner gesehen, seither verschollen.

Hirsch, Werner. Geb. 7.12.1899 in Deutsch-Wilmersdorf. Gymnasium, Journalist. Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KPD. 1924/25 Chefredakteur der „Roten Fahne" in Wien, dann Parteifunktionen in Deutschland. 1930 Chefredakteur des KPD-Zentralorgans „Rote Fahne", 1932 „Sekretär" und enger Mitarbeiter Thälmanns. Mit ihm zusammen 1933 verhaftet, von der Gestapo schwer mißhandelt. 1934 aus dem KZ entlassen, Emigration in die UdSSR. 1937 verhaftet, war er 1938 mit Karlo Stajner zusammen, der später berichtete, daß Hirsch in Hungerstreik trat, er soll 1941 im sowjetischen Lager umgekommen sein. (Biographie: Weber, Wandlung).

Hoelz, Max. Geb. 14.10.1889 in Moritz bei Riesa. Tagelöhner und Hausdiener. 1914 freiwillig Soldat, bis 1918 an der Front. 1918 schloß sich der früher unpolitische Hoelz der USPD und 1919 der KPD an. Aktionistische Bravourstücke machten ihn im Erzgebirge bald populär, er terrorisierte das Besitzbürgertum, belegte die Fabrikanten mit Abgaben und verteilte das Geld an die Armen. Während des Kapp-Putsches baute er im Vogtland eine „Rote Armee" auf, wegen disziplinlosen Verhaltens aus der KPD ausgeschlossen, wurde er Mitglied der linksradikalen KAPD. Nach Ausbruch der Kämpfe in Mitteldeutschland im März 1921 übernahm er die Leitung der Roten Garden. Er flüchtete nach der Niederschlagung und wurde im Juni 1921 zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt. 1928 wieder frei, übersiedelte er 1929 in die UdSSR. Obwohl guter Schwimmer, ertrank er im September 1933 in der Oka bei Gorki. Da Hoelz mit der Stalin-Führung in Konflikt geraten war, verlautete schon damals, er sei Opfer der sowjetischen Geheimpolizei geworden. Bis heute ist die Todesursache von Hoelz, einer der populärsten Kommunisten der Weimarer Republik, nicht geklärt.

Holm, Peter (richt. Georg Kaufmann). Geb. 10.4.1899 in Stettin. Schauspieler, KPD-Funktionär. 1937 in Moskau verhaftet.

Horstmann, Dr. jur., Hermann. Geb. 12.3.1893 in Osnabrück. Nach dem Studium Rechtsanwalt in Düsseldorf, hatte eine gemeinsame Praxis mit Gerhard Obuch (KPD-MdL). Er wurde Mitglied der KPD und verteidigte Kommunisten vor Gericht. Neben Felix Halle einer der Rechtsberater des ZK der KPD. Er emigrierte 1934 in die Sowjetunion, begleitet von seiner Frau Dagmar (geb. Dirichs, geb. 20.10.1905) und seiner Tochter Sonja. 1937 wurden sie verhaftet, die Tochter starb an Hunger und Tuberkulose, Horstmann kam im Lager ums Leben.

Hotopp, Albert. Geb. 10.9.1886 in Berlin. Lernte Kellner, war dann bis 1904 in Bremen, Mitglied der SPD, danach Seemann. Trat als Anarchist 1912 aus der SPD aus, wurde 1917 Mitglied der USPD und 1920 der KPD. 1923 im kommunistischen Kurierdienst tätig, wurde er 1924 vom Reichsgericht zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt, saß bis 1926 im Gefängnis Cottbus. In der Haft schrieb er erste Erzählungen und wurde Schriftsteller. Im Verlagswesen der Partei tätig. 1933 illegale Arbeit im Widerstand, emigrierte er 1934 in die Sowjetunion. Er veröffentlichte in Moskau mehrere Bücher, wurde 1938 (nach anderen Angaben 1941) verhaftet und kam am 22.5.1941 ums Leben.

Jährig, Martin. Stellvertretender Redaktionssekretär bei der „Deutschen Zentral-Zeitung" in Moskau, im Februar 1938 verhaftet, verschollen.

Jahnke, Paul. Geb. 13.8.1893 in Pasewalk. In Berlin Mitglied der KPD, ab 1930 im Unterbezirksvorstand Nordost der Berliner Kommunisten. Emigrierte in die Sowjetunion, wo er 1937 oder 1938 verhaftet wurde und im Lager umkam.

Jakthold, Erich. Geb. 1898. Nach 1933 Emigration in die UdSSR, im Juni 1939 dort verhaftet, 1940 nach Deutschland ausgeliefert, seither verschollen.

Katzenellenbogen, Max (Samuel). Geb. 1.2.1906 in Leipzig. KPD-Funktionär in Leipzig, später in Berlin. Mitglied „Kolonne links". 1932 wegen „Zersetzung der Reichswehr" verhaftet, danach emigrierte er nach Moskau, wo er am Konservatorium Musik studierte. 1937 verhaftet und spurlos verschwunden.

Kaufmann, Dr., Franz. Geb. 22.2.1902 in Lauenburg. Handelslehrer, Kommunist. Emigrierte nach Moskau, wo er Chemie-Lehrer an der deutschen Karl-Liebknecht-Schule war. 1937 verhaftet, kam er vermutlich im Lager ums Leben.

Kern, Otto. Redakteur. KPD-Funktionär, 1937 in Moskau verhaftet.

Kippenberger, Hans. Geb. 15.1.1898 in Leipzig. Bankangestellter, im Krieg als Offizier verwundet. 1918 USPD, 1920 KPD. Seit 1922 im Apparat der KPD, 1923 führende Rolle im Hamburger Aufstand. 1924/25 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, von 1928 bis 1933 Reichstagsabgeordneter, von 1929 bis 1934 Kandidat des ZK der KPD. Kippenberger leitete den „M-Apparat" der KPD (d.h. den militärischen Geheimapparat) bis 1935, wurde dann abgesetzt. Am 5.11.1936 in Moskau verhaftet und nach einem Geheimprozeß am 3. Oktober 1937 erschossen. Kippenberger und seine Frau wurden 1958 von den Sowjetbehörden offiziell rehabilitiert (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Lexikon).

Kippenberger, Thea, geb. Niemand. Geb. 10.10.1901 in Hamburg. Mitglied der KPD, heiratete 1923 Hans Kippenberger. Flüchtete im Juli 1933 mit ihren beiden Kindern Margot (geb. 7.5.1924 in Hamburg) und Jeanette (geb. 23.7.1928 in Leipzig) in die Sowjetunion. Während Hans Kippenberger im November 1936 verhaftet und im Oktober 1937 erschossen wurde, verhaftete das NKWD Thea Kippenberger im Februar 1938. Sie kam im sibirischen Lager ums Leben. In der sowjetischen Rehabilitierungsakte von 1958 ist von Beschlüssen der Sonderkommission des NKWD der UdSSR vom 28. April 1938 und vom 3. April 1939 die Rede, damals müßte sie noch am Leben gewesen sein. Die beiden Töchter leisteten ebenfalls Zwangsarbeit in Sibirien, sie kamen 1958 bzw. 1959 nach Ost-Berlin. „Nur wenn Du schweigst, erhältst Du von uns Hilfe und Unterstützung" sagte der Beauftragte der SED bei Margot K's. Ankunft in Ost-Berlin. 1981 übersiedelte Margot K. nach West-Berlin (vgl. „Berliner Morgenpost" vom 31.5.1981).

Kirchner, Alexander. KPD-Funktionär. In Moskau kurze Zeit Chefredakteur der „Deutschen Zentral-Zeitung", zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt, verschollen.

Klein, Paul. Übersetzer bei der Moskauer „Deutschen Zentral-Zeitung", 1937 verhaftet.

Klose, Willi. Geb. 1902, Maschinenschlosser. 1923 KPD. In Berlin und Wien für die Komintern tätig. Emigrierte im Juni 1933 in die UdSSR, besuchte die Kommunistische Universität der nationalen Minderheiten des Westens. Im Januar 1938 verhaftet, im Oktober 1939 zurück nach Deutschland, 1940 hier 2 Jahre und 6 Monate Zuchthaus, verschollen.

Knipschild, Margarete. KPD-Funktionärin. Erfaßt auf einer Liste der Gestapo „von Funktionären und Parteiarbeitern der KPD" vom Februar 1933 (Staatsarchiv Bremen, 4,65, 262). Emigration in die Sowjetunion, 1937 oder 1938 verhaftet und verschollen.

Knodt, Hans. Geb. 21.3.1900 in Essen. Nach dem Abitur Redakteur. 1919 KPD, ab 1926 Chefredakteur verschiedener KPD-Zeitungen, von 1928 bis 1932 der „Sozialistischen Republik" Köln. 1932 wurde Knodt, ein enger Freund Thälmanns, Chefredakteur der „Roten Fahne" in Berlin und leitete bis 1934 die illegale „Rote Fahne" in der Emigration. 1935 Übersiedlung in die UdSSR, unter dem Pseudonym Horn bei der Komintern tätig. 1937 verhaftet, verschwand er als Opfer der Säuberung (Biographie: Weber, Wandlung, Biogr. Handbuch).

Kögler, Arnulf. Geb. 1890. Nach 1933 in die UdSSR emigriert, dort im Oktober 1937 verhaftet, im Februar 1940 nach Deutschland ausgeliefert, seither verschollen.

König, Gustav. Geb. 1.6.1897 in Schöneberg. Kaufmännischer Angestellter. KPD-Funktionär in Berlin. Emigrierte 1933 mit seiner Frau, dort wurden beide 1937 verhaftet.

Kolbe, Hans. KPD-Funktionär aus Berlin-Schöneberg. Emigrierte mit seiner Frau in die Sowjetunion. Er studierte an der Moskauer Universität des Westens, er und seine Frau wurden verhaftet und sind verschollen.

Kolbe, Karl. KPD-Funktionär, 1937 in Moskau verhaftet.

Koska, Willi. Geb. 9.1.1902 in Berlin. Dreher. 1921 KPD, in der Partei übernahm er verschiedene ehrenamtliche Funktionen. Auf dem XII. Parteitag 1929 als Kandidat ins ZK gewählt und im gleichen Jahr als Nachfolger von Schlöer Generalsekretär der „Roten Hilfe". Diese Funktion übte Koska mit Unterbrechungen bis 1933 aus. Im Juli 1932 zum Reichstagsabgeordneten gewählt. Im Juli 1933 verhaftet, im KZ inhaftiert, aber 1934 wieder entlassen. Er emigrierte und kam 1935 in die Sowjetunion. 1937 dort verhaftet und vermutlich hingerichtet.

Kratzke, Hans. Geb. 23.6.1895 in Redwitz. Schlosser, KPD-Funktionär. Ging als Erwerbsloser in die Sowjetunion, arbeitete in Briansk. Als angeblicher Neumann-Anhänger und „Saboteur" verhaftet und erschossen.

Krollmann, Erich. Geb. 11.6.1904 in Bochum. Angestellter. KPD-Funktionär in Bochum, 1927 Bezirksleitung des RFB Hamburg. Als mitverantwortlich für die Ereignisse des „Altonaer Blutsonntag" im Juli 1932 verhaftet, von der KPD in einer spektakulären Aktion befreit und in die Sowjetunion geschickt. Er soll dort die Militärakademie der Roten Armee besucht haben, später die Kominternschule. 1937 verhaftet, gehörte Krollmann zwar nicht zu denen, die 1940 nach Deutschland ausgeliefert wurden, soll aber mit anderen während dieser Aktion im Niemandsland ausgesetzt worden sein. Dort ist er (nach einem Bericht seines Schicksalsgefährten Viktor Pries, der 1957 nach Hamburg zurückkehrte) „hinter einer Mülltonne verreckt". Krollmanns Frau — ebenfalls kommunistische Funktionärin — saß bis 1945 im deutschen Zuchthaus. Alle ihre Versuche, nach dem Krieg etwas über das Schicksal von Erich Krollmann zu erfahren, blieben erfolglos.

Krüger, Anne, geb. Faltersleben. KPD-Funktionärin in Viernheim. Sie emigrierte 1934 in die Sowjetunion, wurde im November 1937 verhaftet, zu 5 Jahren Lager verurteilt und kam dort ums Leben.

Kühne, Erwin. Geb. 1880. Arbeiter in Sachsen, mit der ehemaligen Landtagsabgeordneten Martha Kühne verheiratet, beide emigrierten über die CSR in die Sowjetunion. Dort wurde er 1937 verhaftet und kam im Lager ums Leben.

Kühne, Martha, geb. Hähnel. Geb. 6.3.1888 in Leipzig. Textilarbeiterin, KPD-Funktionärin. 1932/33 Abgeordnete des Sächsischen Landtags. Mit ihrem Mann flüchtetesie 1933 in die Tschechoslowakei und von dort in die Sowjetunion. Nach der Verhaftung des Mannes 1937 lebte sie in größtem Elend und fuhr (vermutlich 1940) zu ihrer Tochter Margarethe (geb. 1911) nach Deutschland zurück. Es ist nicht bekannt, ob sie von der Gestapo verhaftet wurde.

Kürschner, Karl (Garai). Ungar, der in der Weimarer Republik auch in der KPD aktiv war. 1937 Chefredakteur der Moskauer „Deutschen Zentral-Zeitung", im Oktober 1937verhaftet. 1939 von einem NKWD-Tribunal freigesprochen, arbeitete er bei der ungarischen Abteilung von Radio Moskau, wurde aber erneut verhaftet und ist verschollen.

Kuhn, Paul. Geb. 15.6.1909 in Lünen. Mitglied des KJVD, nach 1933 Emigration in die UdSSR, dort 1937 verhaftet, seither verschollen.

Kunick, Erich. Geb. 27.4.1890 in Lissa. 1920 KPD, Redakteur an Parteizeitungen, 1929 Mitarbeiter ZK der KPD. 1933 Emigration in die UdSSR, Mitarbeiter am Institut für Weltwirtschaft in Moskau. Er wurde 1938 verhaftet und kam 1939 im Gefängnis ums Leben.

Kupferstein, Hermann. Geb. 10.3.18%. Mitbegründer und Funktionär des Roten Frontkämpferbundes in Berlin. Im „Militär-Apparat" tätig, war er 1931 in den Mord an den Polizei-Offizieren Anlauf und Lenk beteiligt. Er emigrierte 1933 nach Paris, von dort zusammen mit seiner Frau 1935 in die UdSSR. Beide wurden während der Säuberungen 1936 verhaftet und erschossen.

Kurella, Heinrich. Geb. 21.6.1905 in Ahrweiler. Er kam — wie sein Bruder Alfred Kurella, der später in der SED hohe Funktionen inne hatte — über die bürgerliche Jugendbewegung zur KPD. 1926 Mitarbeiter der „Roten Fahne" und 1930 verantwortlicher Redakteur der „Inprekorr". 1931 ein Jahr Festungshaft. 1933 und 1934 Redakteur der „Rundschau über Politik, Wirtschaft und Arbeiterbewegung" (KP-Organ) in Basel, danach Emigration in die Sowjetunion. Er galt als Anhänger Heinz Neumanns, versuchte 1937 aus der Sowjetunion zu entkommen, wurde verhaftet und ist im Straflager umgekommen.

Lask, Hermann. Ingenieur aus Berlin, KPD-Funktionär. 1937 in sowjetischer Emigration verhaftet, zu 5 Jahren Lager verurteilt, vermutlich im Lager Archangelsk umgekommen.

Lass, Wilhelmine(Mimi), geb. Pauli. Geb. 6.4.1901 in Hamburg. Sie heiratete den Funktionär des Kommunistischen Jugendverbandes „Hellmut" (richtig: August Lass) und arbeitete bis 1933 als Angestellte beim ZK des Kommunistischen Jugendverbandes in Berlin. 1934 emigrierte sie mit ihrem Kind nach Moskau, wo sie als Stenotypistin im Verlag ausländischer Arbeiter tätig war. 1937 verhaftet, kam sie im Lager ums Leben.

Leisener, Paul. KPD-Funktionär, der 1933 in die Sowjetunion emigrierte, zu 5 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, seither verschollen.

Leow, Hans. Geb. 18.8.1907 in Brandenburg. Sohn von Willy Leow, aktiv im Kommunistischen Jugendverband. Emigrierte (wie auch seine Mutter Martha) mit seiner Frau, Martha geb. Langrock in die Sowjetunion. Dort war er als Drucker im Verlag ausländischer Arbeitertätig. Nach der Verhaftung des Vaters ist auch Hans Leow zu 5 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden, er kam im Lager ums Leben (auch seine Mutter und seine Frau sind verschollen).

Leow, Willy. Geb. 25.1.1887 in Brandenburg/Havel. Tischler. 1904 SPD, im Krieg Spartakusgruppe, seit Gründung Mitglied der KPD. Parteisekretär, seit 1925 2. Bundesvorsitzender, damit faktisch Leiter des „Roten Frontkämpferbundes". 1927 Kandidat, seit 1929 Mitglied des ZK der KPD, 1928 bis 1933 Reichstagsabgeordneter. Der enge Freund Thälmanns emigrierte 1933, kam 1934 in die UdSSR und wurde in die Wolga-Republik abgeschoben. 1937 verhaftet und vermutlich erschossen (Biographie: Weber, Wandlung).

Lesch, Kurt. Geb. 7.7.1904 in Berlin. In der KPD als Redakteur tätig, emigrierte er nach 1933 in die Sowjetunion. Er wurde in Moskau verhaftet und zu acht Jahren Lager verurteilt, seither verschollen.

Leventh, Franziska. Tochter eines Danziger Kapellmeisters, war mit einem Russen verheiratet, der im sowjetischen Spionageapparat arbeitete. 1937 wurde das Ehepaar aus England nach Moskau zurückgerufen und verhaftet. Franziska L. wurde 1938 von Margarete Buber-Neumann im sowjetischen Gefängnis gesehen, seither ist sie verschollen.

Levien, Dr. phil, Max. Geb. 1885 in Moskau. 1905 verhaftet. Emigration nach Zürich, wo er in Verbindung zu Lenin kam. Übersiedlung nach Deutschland, Fortsetzung der naturwissenschaftlichen Studien, Promotion. Er wurde deutscher Staatsbürger und war von 1914 bis 1918 Soldat. Im November 1918 in München, Führer der Spartakusgruppe und Vorsitzender des Soldatenrates. Delegierter des Gründungsparteitages der KPD. Zusammen mit Eugen Levine Führer der Münchner Räterepublik. Levien konnte nach Niederschlagung der Räterepublik im Mai 1919 nach Wien flüchten. Er übersiedelte im Juni 1921 nach Moskau und arbeitete im Kominternapparat. In den Stalinschen Säuberungen 1937 verhaftet und vermutlich erschossen.

Levy, Alfred. Geb. 6.1.1895 in Hamburg. Hilfsarbeiter. 1906 SPD, 1917 USPD, 1920 KPD. 1920 drei Jahre Gefängnis. Wegen Teilnahme am Hamburger Aufstand von 1923 im Jahre 1925 zu 4 Jahren Festung verurteilt, 1926 durch eine Amnestie freigekommen. 1924 bis 1927 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft, 1927 als Anhänger der linken Opposition aus der KPD ausgetreten, 1932 wieder aktiver KPD-Funktionär. 1933 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, dann im KZ. 1937 Flucht, Emigration in die CSR, danach vermutlich in die Sowjetunion, wo er 1938 verhaftet worden sein soll, seither verschollen (Biographie: Weber, Wandlung).

Lhoste, Hubert. Sohn eines Saar-Bergarbeiters. Er kam im Januar 1935 als Kind auf Einladung des 1938 erschossenen Schriftstellers Michail Kolzow (dessen „Spanisches Tagebuch" 1986 in der DDR ohne jeden Hinweis auf das Schicksal des Autors erschien) nach Moskau. Kolzow schrieb ein Buch, das von Lhoste handelte: „Hubert im Wunderland". 1941 wurde Lhoste nach Kasachstan deportiert. Wolfgang Leonhard traf Lhoste 1942 völlig abgerissen im Karaganda-Gebiet, seither ist er verschollen.

Linke, Emil. KPD-Funktionär. In der Emigration in Moskau verhaftet, seither verschollen. Seine Frau und seine vier Kinder sollen verhungert sein.

Lochthofen, Lorenz. Geb. 21.10.1907 in Alten-Derne. Schlosser. Anfang der dreißiger Jahre Redakteur an KPD-Zeitungen im Rheinland. Emigrierte in die Sowjetunion und war Redakteur in Engels (Wolga-Republik). Zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt, kam er im Lager ums Leben.

Löwen, Hilde. KPD-Funktionärin. Sie war in der Moskauer Emigration wie ihr Mann Rudolf als Redakteurin der „Deutschen Zentral-Zeitung". 1936 verhaftet, wurde sie 1940 von Margarete Buber-Neumann in einer Auslieferungszelle nach Deutschland gesehen, seither ist sie verschollen.

Löwenthal, Willi. Deutscher Emigrant. 1937 verhaftet, Schicksal unbekannt.

Lorenz-Malchow, Fritz. Angestellter im Verlag „Junge Garde" des Kommunistischen Jugendverbandes in Berlin. 1933 nach Moskau emigriert,dort 1937 verhaftet und zu fünf Jahren Lager verurteilt. Er wurde 1940 in der Auslieferungszelle nach Deutschland gesehen, sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Ludewig, Johanna. Geb. 28.3.1891 in Berlin. Buchhalterin. 1913 Mitglied der SPD, während des Krieges Übertritt zur USPD. 1920 KPD, die sie in der Berliner Stadtverordneten-Versammlung vertrat. 1921 bis 1933 ununterbrochen MdL Preußen. Von 1927 bis 1930 Sekretärin des kommunistischen „Roten Frauen- und Mädchen-Bundes" (RFMB). 1935 emigrierte sie in die Sowjetunion, wo sie 1937 verhaftet wurde und verschwand. In einer 1983 in der DDR erschienenen Chronik zur Rolle der Frau ist 1960 als Todesjahr angegeben, aber ohne jeglichen weiteren Hinweis auf ihr Schicksal.

Luschen, Heinz. Geb. 23.10.1911 in Berlin. Studierte in Berlin und emigrierte als Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes 1933 nach Moskau. Dort war er Lehrer für Geschichte und Geographie an der deutschen Karl-Liebknecht-Schule. Er wurde 1937 verhaftet und ist seither verschollen.

Madje, Alice. KPD-Funktionärin, die in Moskau 1937 verhaftet wurde und seither verschollen ist.

Mainz, Hans. Funktionär der Freidenkerbewegung. Er war zur Bericht­erstattung in Moskau, wurde am Tag der geplanten Abreise in der Sowjetunion verhaftet und ist seither verschollen.

Mansfeld, Ernst. Geb. 5.11.1908 in Schöneberg, kfm. Angestellter, KPD-Funktionär, 1938 in Moskau verhaftet, seither verschollen.

Margies, Rudolf. Geb. 25.2.1882 in Parchau, Fabrikarbeiter. Im Ruhrgebiet als radikaler Kommunist bekannt, wurde er bereits 1923 gesucht, weil er einen Polizisten erschossen hatte. Lebte und arbeitete unter falschem Namen für den Militärapparat der KPD. Angeklagter im „Tscheka-Prozeß" 1925, wurde er im März 1926 zu 11 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die KPD forderte immer wieder seine Freilassung, der XII. KPD-Parteitag 1929 wählte Margies ins Ehrenpräsidium. Im Oktober 1930 aus der Haft entlassen. Zu seinen Ehren veranstaltete die KPD in Essen eine Feier. Funktionär der „Roten Hilfe", 1933 Emigration in die Sowjetunion, 1937 verhaftet, verschwand er als Opfer der Säuberungen.

Marker, Wilhelm. Geb. 31.10.1899 in Ahlsfeld, Bauarbeiter. Ab 1925 KPD-und RFB-Funktionär, 1929/30 Stadtverordneter der KPD in Berlin. 1931 Besuch der Lenin-Schule in Moskau. 1934 Flucht aus Deutsch­land, in sowjetischer Emigration verhaftet und verschollen.

Mauser, Robert. Arzt aus Breslau, emigrierte in die UdSSR, zu  10 Jahren Haft verurteilt.

Meier, Willi. KPD-Funktionär, in Moskau verhaftet, seither verschollen.

Mengel, Margarete. Architektin, 1938 im Moskauer Gefängnis inhaftiert, wahrscheinlich nach Deutschland ausgeliefert.

Metzger, Georg. KPD-Funktionär, emigrierte 1933 in die UdSSR und wurde außenpolitischer Redakteur der „Deutschen Zentral-Zeitung" (Pseud. Georg Wegener). Im Februar 1938 verhaftet, seither verschollen.

Meus, Gottwald. Geb. 8.12.1890 in Haan, Elektromonteur, 1937 in Moskau verhaftet, seither verschollen.

Meyer, Kurt. Architekt aus Köln, KPD-Funktionär, Mitbegründer des KPD-Organs „Sozialistische Republik" in Köln. 1930 als Architekt in die UdSSR, Leiter eines Moskauer Bezirks-Bauamtes. Während der Säuberungen im November 1936 verhaftet, zu Zwangsarbeit verurteilt und im Lager umgekommen. Seine Frau Gertrud Meyer (1898-1975), wurde verhaftet, schon 1938 nach Deutschland ausgewiesen und hier 1938 bis 1940 inhaftiert. Sie veröffentlichte später Darstellungen des KPD-Widerstands, ihr eigenes Schicksal ist im Buch „Die Frau mit den grünen Haaren" (Hrsg. M. Wiessing, Hamburg 1978), beschrieben.

Meyer, Heinrich (Heino). Geb. 22.5.1904 in Hamburg. Lehrerseminar 1923 KPD, seit 1925 Redakteur und Parteisekretär, 1929 Chefredakteur der „Hamburger Volkszeitung", 1931/32 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. 1932 kam er als Vertrauter Thälmanns nach Berlin, „Mitarbeiter" Thälmanns. Im Dezember 1932 verhaftet, 1933 KZ. Im Herbst 1934 entlassen, emigrierte er nach Moskau. 1937(wie fast alle Mitarbeiter Thälmanns) in Moskau verhaftet, kam er in den Säuberungen ums Leben (Biographie: Weber, Wandlung).

Mielenz, Willi. Geb. 14.3.1895 in Berlin. Metallarbeiter. Seit Anfang der dreißiger Jahre Mitarbeiter im Apparat des ZK der KPD. In der sowjetischen Emigration zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt, seither verschollen.

Mielke, Max. Geb. 6.4.1906 in Platow. Maurer. Mitglied der Agitprop-Gruppe „Kolonne links", später Student der Komintern-Schule. 1938 in Moskau verhaftet, seither verschollen.

Mommer, Elvira. KPD-Funktionärin. In Moskau verhaftet und deportiert.

Morgner, Edwin. Geb. 1884. Dreher. Seit 1905 in der SPD, Mitbegründer des Spartakusbundes und der KPD in Jena. Vom V. Parteitag 1920 in den Zentralausschuß der KPD gewählt. Seit 1921 Handelsvertreter der UdSSR in Deutschland, emigrierte 1933 und wurde in den Säuberungen verhaftet. Er starb 1943, die näheren Umstände seines Todes sind unbekannt.

Moritz, Martha. Geb. 19.6.1904 in Hamburg. Kontoristin. KPD-Funktionärin in Hamburg und Berlin. Ihr Mann Ernst Becker (1900-1932) gehörte seit 1929 der KPO an. Sie emigrierte in die UdSSR und kam in den Säuberungen ums Leben.

Mose, Alfred. Geb. 18.5.1888. Ingenieur. Ging als Kommunist vor 1933 zum „Aufbau" in die UdSSR, wurde während der Säuberungen verhaftet und ist seither verschollen.

Müller, Willi. Geb. 1.12.1903 in Berlin. KPD-Funktionär (Pseud. Willi Messerschmidt), emigrierte in die UdSSR, wurde 1937 zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Münzenberg, Willi. Geb. 14.8.1889 in Erfurt. Arbeiter. 1910 Übersiedlung in die Schweiz, Mitbegründer und Sekretär der sozialistischen Jugend der Schweiz, arbeitete im Krieg eng mit Lenin zusammen. 1919 KPD, bis 1921 Sekretär der Kommunistischen Jugendinternationale. 1921 Begründer der Internationalen Arbeiterhilfe, Aufbau des „Münzenberg-Konzerns" (Verlage, Zeitungen). 1924 bis 1933 Reichstagsabgeordneter, ab 1927 Mitglied desZK der KPD. 1933 Emigration nach Paris, organisierte u.a. das „Braunbuch über den Reichstagsbrand" und war Initiator der Volksfront. 1937 aus der KPD ausgeschlossen, aktiv gegen Hitler und Stalin. Nach Kriegsausbruch in Frankreich interniert, gelang ihm die Flucht. Im Oktober 1940 wurde seine Leiche gefunden, vermutlich hat ihn der Stalinsche Geheimdienst ermordet. (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Lexikon; Babette Gross: Willi Münzenberg, Stuttgart 1967.)

Nawrey (rivht. Nußbaum), Jack. Redakteur der „Deutschen Zentral-Zeitung" in Moskau. Im Februar 1938 verhaftet, zum letztenmal in den Goldfeldern von Kolyma gesehen.

Nebel, Willy. Geb. 3.1.1903 in Gleiwitz. Werkzeugschlosser. In Moskau als Lehrer tätig, in den Säuberungen verhaftet, seither verschollen.

Neher, Carola. Geb. 2.12.1905 in München. Heiratete 1925 den Dichter Klabund (der 1928 starb), war dann mit dem in Rumänien geborenen Anatol Becker verheiratet, der 1937 in den Säuberungen erschossen wurde. Ausbildung in den Kammerspielen München. Carola Neher war eine bekannte deutsche Schauspielerin. Sie sympathisierte mit der KPD, unterzeichnete z.B. 1933 einen Aufruf fortschrittlicher Künstler gegen Hitler. 1933 Emigration, 1934 kam sie in die UdSSR. Dort 1936 inhaftiert, weil sie in Prag Verbindung zu dem inzwischen aus der KPD ausgeschlossenen Erich Wollenberg gehabt hatte. Sie wurde zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. 1940 befand sich Carola Neher bereits in der Auslieferungszelle nach Deutschland, wurde aber wieder ins Lager zurückgebracht und kam am 22.6.1942 ums Leben. Nach einigen Berichten wurde sie erschossen, nach anderen soll sie an Typhusgestorben sein. Ihr Sohn Georg Becker (geb. 1934) erfuhr erst in den sechziger Jahren, daß Carola Neher seine Mutter war, er schrieb „Vor einem Jahr habe ich zum erstenmal die Gesichter meiner Eltern auf den Fotos gesehen. Schweigsame starre Gesichter. Es ist unmöglich, durch die Trauer allein dieses schwere Gefühl auszudrücken, das in meiner Seele seit jener Zeit erstarrt ist" (FAZ vom 14.9.1973). Der Sohn durfte 1975 aus der UdSSR in die Bundesrepublik ausreisen.

Neitzke, Hermann. Geb. 8.11.1880. Bereits im Spartakusbund organisiert, zeitweise Hausmeister des Karl-Liebknecht-Hauses der KPD in Berlin. 1933 Emigration in die UdSSR, 1937 verhaftet und vermutlich umgekommen.

Neumann, Heinz. Geb. 6.7.1902 in Berlin. Als Student 1920 Mitglied der KPD, 1922 hauptamtlicher Funktionär. Redakteur, hatte bereits 1922 Verbindung zu Stalin. 1925 Vertreter der KPD bei der Komintern. 1927 in China beim Kantoner Aufstand aktiv, danach wieder in Deutschland. 1927 Kandidat, 1929 Mitglied des ZK und Kandidat des Politbüros, 1930 bis 1932 Reichstagsabgeordneter. 1929 bis 1932 Mitglied des Sekretariats, neben Thälmann und Remmele der entscheidende Führer der KPD, er galt auch als ihr Theoretiker. Er versuchte durch Fraktionskampf gegen Thälmann seine Position auszubauen, wurde aber von Stalin fallengelassen und im April 1932 seiner Funktion enthoben. Nach 1933 zunächst in Spanien, dann in der Schweiz, dort verhaftet und 1935 in die UdSSR emigriert. Im April 1937 in Moskau verhaftet und vermutlich erschossen. (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Lexikon.)

Neumann, Kurt. Geb. 15.9.1906 in Berlin. Mechaniker. Emigrierte nach 1933 als Kommunist in die UdSSR, lebte in Gorki und wurde dort 1937 verhaftet, seither verschollen.

Nixdorf, Dr., Kurt. Geb. 30.11.1903 in Breslau. KPD-Funktionär. In der Emigration Dozent am Marx-Engels-Institut in Moskau. 1936 verhaftet und nach Sibirien deportiert, seither verschollen.

Oefelein, Karl. Geb. 1.3.1909 in Wien. Maschinenschlosser. Mitglied der Schauspielertruppe „Kolonne links", die seit 1931 vor deutschen Arbeitern in der UdSSR auftrat (und im Dezember 1934 ihre Tätigkeit einstellte). Über Oefelein u.a. schrieb der Leiter der „Kolonne links", Helmut Damerius (der 18 Jahre in Lagern verbringen mußte) in seinen 1977 in der DDR erschienenen Memoiren: „In der Zeit des Stalinschen Personenkultes, in den Jahren 1937 und 1938, wurden einige Mitglieder der „Kolonne links" und auch ich unter falschen Anschuldigungen verhaftet. 18 Jahre später wurde ich rehabilitiert. Von Bruno Schmidts­dorf, Karl Oefelein und Kurt Arendt habe ich nach ihrer Verhaftung nichts mehr gehört."

Olberg, Betty, geb. Biermann. Geb. 10.4.1906 in Neuruppin. Frau des im Moskauer Schauprozeß 1936 verurteilten Valentin Olberg. Sie kam 1934 in die UdSSR, wurde am 5.1.1936 verhaftet und 1940 nach Deutschland abgeschoben, ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.

Olberg, Valentin. Geb. 1907, Angestellter. Lebte vor 1933 in Berlin und war in linken Kreisen aktiv (vermutlich im Auftrag der sowjetischen Polizei auch in trotzkistischen Gruppen). Emigrierte 1933 nach Moskau und war 1936 einer der Angeklagten des Schauprozesses gegen Sinowjew u. a. Zum Tode verurteilt und erschossen.

Osenbrügge, Heinrich. Geb. 6.2.1901 in Kassel. Schweißer. In der KPD aktiv, emigrierte er nach 1933 in die UdSSR, wurde während der Säuberungen verhaftet und ist seither verschollen.

Osten, Maria (richt.: Maria Greßhörner). Lebensgefährtin des sowjetischen Schriftstellers Michail Kolzow. Arbeitete nach 1933 fürdie KPD in Frankreich. Nach der Verhaftung Kolzows übersiedelte sie im Dezember 1938 in die UdSSR, um ihm zu helfen. Sie wurde im Juni 1941 selbst verhaftet und ist seither verschollen.

Ottwalt, Ernst (richt.: Ernst Nicolas). Geb. 13.11.1901 in Tippenow (Westpr.). Sohn eines Pfarrers, nach dem Krieg zunächst in rechtsradikalen Kreisen (Freikorps) aktiv, nach dem Studium und Erfahrungen als Werkstudent Mitglied der KPD. Einer der bekanntesten kommunistischen deutschen Schriftsteller (1929 erschien der Roman „Ruhe und Ordnung", 1931 „Denn sie wissen, was sie tun"). Aktiv im Bund Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller, arbeitete mit Bert Brecht zusammen. 1933 Emigration über Dänemark und Prag nach Moskau, dort im Herbst 1936 zusammen mit seiner Frau Waltraut Nicolas verhaftet, kam er am 24.8.1943 in einem sibirischen Lager ums Leben. Seine Frau wurde nach Deutschland ausgeliefert und stand unter Gestapo-Aufsicht, überlebte und berichtete später darüber. (Vgl. „Viele Tausend Tage. Erlebnisbericht aus zwei Ländern". Stuttgart 1960). Sie erfuhr erst 1958 vom Schicksal Ottwalts. Dabei hatte der sowjetische Ankläger im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß, Rudenko, sich 1946 direkt auf Ottwalts Buch „Deutschland erwache" als „Beweismittel" gestützt und den Autor namentlich genannt — fast Zynismus drei Jahre nach Ottwalts Tod im Lager. Im DDR-„Lexikon sozialistischer deutscher Literatur" von 1964 hieß es über Ottwalt: „In einem Prozeß wurde er wegen angeblicher Spionage für die faschistische Wehrmacht zum Tode verurteilt; nach 1953 wurde O. rehabilitiert". Hintergründe finden sich u.a. Andreas W. Mytze: Ottwalt. Berlin (West), 1977 der in seinem Verlag „europäische ideen" auch die Schriften Ottwalts herausgab.

Paschke, Richard. Mitarbeiter der Berliner sowjetischen TASS-Agentur, in Moskau verhaftet, Schicksal unbekannt.

Paul, Hermann. Sudentendeutscher Schriftsteller, Mitarbeiter der „Deutschen Zentral-Zeitung" in Moskau. Im Februar 1938 verhaftet, seither verschollen.

Pelz, Dr. med., Herbert. Geb. 15.11.1909 in Berlin. Arzt und Bakteriologe, Funktionär der KPD in Berlin. 1933 Emigration, 1937 in Moskau verhaftet, seither verschollen.

Petermann. Deutsches Ehepaar, das bei der Komintern beschäftigt war. Herbert Wehner berichtet („Zeugnis", 1982, S. 194 f.) über die Beschuldigungen sowie Verhaftungen.

Peters, Heinz. Angestellter der Komintern. Während der Säuberungen verhaftet, verbannt ins Zwangsarbeitslager Norilsk, kam er 1940 in die Auslieferungszelle nach Deutschland.

Peters, Richard. Geb. 28.11.1907 in Berlin. Maurer. Emigrierte nach 1933 in die UdSSR, wurde während der Säuberungen verhaftet und war in Tscheljabinsk in Haft, wo er umgekommen sein soll.

Podubecky, Irene. Tochter von Rudolf Podubecky, studierte an der Kominternschule. Wurde 1938 verhaftet und zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt, seither verschollen.

Podubecky, Rudolf. Geb. 23.6.1896 in Karlsruhe. An der kommunistischen Räterepublik in München beteiligt, leitete dort im Generalstab der Roten Armee das Post-und Fernmeldewesen. Im Mai 1919 zu dreijähriger Festungshaft verurteilt. 1922 entlassen, führend im Militärapparat der KPD. Da er in Deutschland polizeilich gesucht wurde, mußte er schon Ende der zwanziger J ahre in die Sowjetunion übersiedeln; war im russischen Apparat tat ig. Wahrend der Stalinschen Säuberungen 1937 zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er kam ins Lager Norilsk, wo er 1940 verstorben sein soll.

Pohl, Käthe (richt.: Lydia Rabinowitsch). Geb. 12.7.1892 in Petersburg. Heiratete nach dem Krieg August Kleine und trat der bolschewistischen Partei bei. Sie kam 1920 nach Deutschland und wurde 1922 (neben Flieg) Sekretärin des Polbüros (Politbüros). Zusammen mit August Kleine spielte sie in der KPD 1922 bis April 1924 eine große Rolle, wurde dann aber von den Linken abgelöst. Sie übersiedelte nach Hamburg, wo sie für die KPD kleinere Funktionen ausübte. Sie kehrte Ende der zwanziger Jahre in die Sowjetunion zurück und wurde ein Opfer der Stalinschen Säuberungen.

Presche, Willi. Geb. 1.12.1888 in Berlin, Schlosser. 1918 USPD, 1920 KPD. 1924 auf eine Schule nach Moskau delegiert. 1926 bis 1931 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Mitglied der BL Wasserkante. 1928 im Zusammenhang mit der Wittorf-Affäre kurze Zeit seiner Funktion enthoben, dann aber durch Thälmann rehabilitiert. 1930 Militärapparat, 1931 Flucht in die Sowjetunion. Dort geriet Presche in die Stalinschen Säuberungen, 1937 verhaftet, verschwand er spurlos. (Biographie: Weber, Wandlung.)

Raabe, Otto. KPD-Funktionär, während der Säuberungen in der UdSSR verhaftet, 1941 im Lager Norilsk, seither verschollen.

Rahnsleben, Willi. Funktionär der „Roten Jungfront" in Berlin, in der UdSSR verhaftet, im Lager in Karaganda verschollen.

Rebe, Alfred. Geb. 25.12.1893 in Berlin, arbeitete nach der Schulentlassung in Metallbetrieben. 1912 zur Marine eingezogen, blieb er auch im Krieg Matrose. Während der Novemberrevolution Oberheizer auf der „Moltke". Er hatte großen Einfluß auf die Matrosen und war einer der Führer der Rebellion. Mitglied der SPD, nach der Revolution USPD, 1920 KPD. 1921 Redakteur und Vorsitzender KPD-Rostock, später an anderen KPD-Organen. 1927 Redakteur der „Roten Fahne", wo er seit 1929 im politischen Ressort arbeitete. 1933 emigrierte Rebe, er kam später in die Sowjetunion. Er arbeitete an verschiedenen deutschsprachigen Zeitungen. 1938 im Kaukasus verhaftet, verschwand er als Opfer der Stalinschen Säuberung.

Remmele, Helmut. Geb. 13.1.1910 in Mannheim. Mitglied des ZK des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands. 1932 abgesetzt und in die UdSSR geschickt, lebte zunächst in Moskau, dann in der Provinz. 1937 verhaftet, ist er im Lager umgekommen.

Remmele, Hermann. Geb. 5.11.1880 in Ziegelhausen bei Heidelberg. Eisendreher. 1897 SPD, 1917 USPD, 1920 KPD. 1910 Redakteur in Mannheim, 1918 Führer der USPD in Mannheim, dann in Stuttgart. 1920 KPD. 1920 bis 1933 Reichstagsabgeordneter, von 1920 bis 1933 ununterbrochen Mitglied der Zentrale bzw. des ZK der KPD. 1924 einige Monate Parteivorsitzender. 1924 bis 1933 Mitglied des Politbüros, von 1929 bis 1933 mit Thälmann und Heinz Neumann Spitzenführer der KPD. Zum 50. Geburtstag 1930 als einer der „eisernen bolschewistischen Garde" vom ZK gefeiert. Die KPD verbreitete sein Werk „Die Sowjetunion". Bis Oktober 1932 Mitglied des Sekretariats, dann degradiert. 1933 Emigration in die UdSSR, 1937 mit seiner Frau Anna und seinem Sohn Helmut verhaftet. Er soll 1939 entweder erschossen worden oder in einer Irrenanstalt ums Leben gekommen sein. (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Lexikon.)

Rentsch, Paul. Geb. 16.8.1902 in Sachsen. Schlosser. Nach 1933 Emigration in die UdSSR, in Stalino verhaftet und seither verschollen.

Richter, Bernhard. Geb. 13.5.1908 (?) in Leipzig. Schlosser. KPD-Funktionär, 1933 Emigration in die UdSSR. Korrektor bei der „Deutschen Zentral-Zeitung". 1938 verhaftet und seither verschollen.

Riemer, Franz. Geb. 10.9.1883. KPD-Funktionär, wurde in sowjetischer Emigration zusammen mit seiner Frau Marie geb. Kirschner (geb. 1886) in Moskau wegen angeblicher Spionage verhaftet, beide sind seither verschollen.

Ries, Erwin. Geb. 12.10.1907 in Mannheim. Former. 1923 KPD. War vor 1933 Leiter des Kommunistischen Jugendverbandes Baden/Pfalz. Von Mai bis Dezember 1933 Mitglied der illegalen Bezirksleitung der KPD Baden in Mannheim, danach Emigration. 1937 in der UdSSR, kam er als Opfer der Säuberungen ums Leben.

Rietdorf, Otto. KPD-Funktionär, arbeitete nach 1933 im Moskauer Verlag ausländischer Arbeiter, wurde verhaftet und ist seither verschollen.

Rosenke, Walter. Geb. 11.9.1902. Schlosser. KPD-Funktionär in Berlin-Schöneberg, nach 1933 Emigration in die UdSSR. Leiter des Ernst-Thälmann-CIubs in Moskau. 1937 verhaftet, kam 1940 in die Auslieferungszelle nach Deutschland.

Roth, Leo. Geb. 29.1.1911 in Rzeszow(Galizien).Tischler. KPD-Funktionär in Berlin, Mitarbeiter des illegalen M-Apparats. 1933 Stellvertreter von Hans Kippenberger (unter dem Pseud. Viktor). Kontaktmann zum Militär (seine Frau war eine Tochter des Generals v. Hammerstein). 1936 nach Auflösung des Militär-Apparats in Moskau verhaftet und vermutlich wie Kippenberger erschossen.

Sauerland, Kurt. Geb. 12.1.1905 in Köln. Kam als Student zur KPD und war 1928 bis 1933 Chefredakteur von „Der rote Aufbau". Er galt als einer der Theoretiker der KPD, sein stalinistisches Buch „Der dialektische Materialismus" (1932) richtete sich auch gegen den sogenannten Luxemburgismus. Als Neumann-Anhänger 1932 verwarnt. 1933/34 in Paris Redakteur kommunistischer Exil-Blätter. 1935 nach Moskau übersiedelt, dort 1937 verhaftet und erschossen.

Scheel, David. Geb. 23.5.1910. Nach 1933 Emigration in die UdSSR, dort verhaftet und seither verschollen.

Schimanski, Fritz. Geb. 1.7.1889 in Tilsit. Ziseleur. 1911 SPD, 1918 USPD, 1920 KPD. Mitglied der BL Berlin, 1925 ins ZK gewählt. Als Anhänger Ruth Fischers 1927 aus der Partei ausgeschlossen, 1929 wieder aufgenommen. Ab 1931 Funktionär der RGO. 1935 in die UdSSR emigriert, geriet er in die Stalinschen Säuberungen, seither verschollen (Biographie: Weber, Wandlung).

Schmidt, Erich. Geb. 1907. Am 27. August 1937 in Moskau verhaftet, 1940 an Deutschland ausgeliefert, verschollen.

Schmidt, Käthe. Mit 17 Jahren Mitglied des KJVD, dann der KPD. In der Weimarer Republik inhaftiert, 1933 Emigration in die UdSSR. Stenotypistin bei der Komintern. 1937 gemeinsam mit ihrem Vater, der als Spezialarbeiter in der Sowjetunion tätig war, verhaftet, 1938 im Moskauer Gefängnis, beide seither verschollen.

Schmidtsdorf, Bruno. Geb. 8.6.1908 in Eberswalde, Arbeiter. Mitglied der Agitprop-Gruppe „Kolonne links", wie Karl Oefelein (s.d.) u.a. verhaftet und verschollen.

Schmückle, Anna. Geb. 1.10.1892 in Hirschberg. Wissenschaftlerin, die mit ihrem Mann Karl Schmückle schon Anfang der dreißiger jahre im Marx-Engels-Institut in Moskau arbeitete. Sie wurde dort 1931 im Zusammenhang mit der Ablösung Rjasanows entlassen, arbeitete weiter mit ihrem Mann zusammen und wurde nach dessen Verhaftung ebenfalls festgenommen, seither ist sie verschollen.

Schmückle, Dr. phil., Karl. Geb. ca. 1890. Der bekannte kommunistische Wissenschaftler, Schriftsteller und Übersetzer lebte schon vor 1933 in Moskau. Schmückle war für die deutsche Ausgabe der Werke Lenins in Berlin verantwortlich (z.B. den 1929 erschienenen Band 18) und er arbeitete zunächst auf diesem Gebiet auch in Moskau. Bereits 1931 bekam er und seine Frau nach der Ablösung des berühmten Marx-Forschers Rjasanow (der 1938 Opfer der Säuberungen wurde) Schwierigkeiten, sie verloren ihren Arbeitsplatz im Marx-Engels-Institut. Danach verantwortlich für die deutsche Gruppe der Internationalen Vereinigung revolutionärer Schriftsteller, geriet er 1935 erneut in Konflikt mit Funktionären der KPD, er soll aus der Partei ausgeschlossen worden sein. Das erklärt sowohl seine frühe Verhaftung im August 1936 als auch seine öffentliche Beschuldigung als „Agent". Schmückle wurde vermutlich 1937 erschossen.

Schneck, Karl. Geb. 21.4.1886 in Hageloch (Württ.). Schlosser. 1908 Mitglied der SPD, 1919 der USPD und 1920 der KPD. Von 1921 bis 1932 MdL Württemberg, 1924/25 im Gefängnis, 1926 Politischer Leiter, von 1927bis 1932 0rganisationsleiter der KPD in Württemberg. 1932 wegen „Abweichung" abgesetzt, 1933 von den Nazis verhaftet. Nach der Entlassung aus dem KZ 1935 Emigration, Soldat der Interbrigaden im Spanischen Bürgerkrieg. 1938 konnte er in die Sowjetunion emigrieren, wurde 1941 nach Sibirien verbannt und kam dort im Winter 1943 ums Leben.

Schneider, Joseph. Geb. 18.3.1882 in Hontheim (Eifel). Nach Besuch des Gymnasiums wurde er Schiffsjunge, um der vorgesehenen Pfarrerslaufbahn zu entgehen. 1904 Mitglied der SPD, 1910 Sekretär der Transportarbeitergewerkschaft in Hamburg. 1918 Vorsitzender des Arbeiter­und Soldatenrates in Wilhelmshaven, 1919 von der USPD zur KPD übergetreten, wurde er Parteisekretär in Mansfeld. Schneider war während des Mitteldeutschen Aufstandes im März 1921 Politischer Kommissar bei Max Hoelz. Nach der Niederschlagung des Aufstandes in die Sowjetunion geflüchtet, wurde er in Deutschland in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Schneider arbeitete in den zwanziger und dreißiger Jahren als Redakteur und Schriftsteller in Moskau, wurde 1934 Mitglied der KPdSU. Gegen Ende der Säuberungen verhaftet, kam er 1939 ums Leben.

Schnichels, Hubert. Geb. 27.9.1892 in Vussem (Eifel). Bergarbeiter. Seit 1921 KPD-Funktionär in Brühl bei Köln, dort von 1924 bis 1933 Stadtverordneter, seit 1925 Kreistagsabgeordneter. Ab Ende der zwanziger Jahre Angestellter beim KPD-Organ „Sozialistische Republik" in Köln. Er flüchtete 1933 nach Holland und emigrierte dann in die Sowjetunion, wohin ihm seine Frau mit den beiden Kindern folgte. In den Säuberungen verhaftet, ist er und seine Familie seither verschollen.

Schönfeld, Betty. KPD-Funktionärin aus Berlin, war in Moskau Angestellte der Komintern. 1937 zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt, verbrachte sie über 10 Jahre im Lager Kolyma, ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt.

Scholz, Paul. Geb. 13.4.1886 in Dresden. Werkzeugmacher. Vor dem Ersten Weltkrieg SPD, im Krieg aktiv im Spartakusbund und bei den Revolutionären Obleuten, die zunächst den Anschluß an die KPD verweigerten. Während der Januarkämpfe 1919 unterzeichnete er gemeinsam mit Karl Liebknecht und Georg Ledebour die „Absetzung" der Ebert-Regierung, ging danach in den Untergrund und schloß sich der KPD an. Später war er in der IAH aktiv und zeitweilig Redakteur. Von 1929 bis 1932 vertrat er die KPD in der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Im April 1933 Flucht nach Frankreich, 1937 Emigration in die UdSSR. 1938 wurde er deportiert und starb als Opfer der Stalinschen Säuberung, trotz vieler Versuche konnte seine Familie keine Einzelheiten erfahren.

Schramm, Günther. KPD-Funktionär, der nach 1933 in die Sowjetunion emigrierte. Er starb im Zwangsarbeitslager.

Schubert, Hermann. Geb. 26.1.1886 in Lengfeld (Erzgeb.). Bergmann 1912 SPD, 1917 USPD, 1920 KPD. 1924 Reichstagsabgeordneter, von 1924 bis 1933 MdL Preußen. KPD-Sekretär im Ruhrgebiet. 1929 zum Kandidaten des ZK gewählt, 1931 Polleiter des Bezirks Wasserkante (Hamburg). Schubert, ein enger Freund Thälmanns wurde 1932 ins Politbüro berufen. Nach 1933 in der Emigration stand Schubert zusammen mit Schulte, Dahlem und Florin gegen Pieck und Ulbricht, durch die Schwenkung der Komintern 1934/35 verlor er seinen Einfluß, 1935 degradiert. 1937 verhaftet, wurde er 1938 erschossen (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Lexikon).

Schulte, Fritz. Geb. 28.7.1890 in Hüsten (Westf.). Fabrikarbeiter. 1918 USPD, 1920 KPD. Betriebsrat bei Bayer-Leverkusen, 1922 Sekretär einer kommunistischen Gewerkschaft. 1927 Polleiter der KPD Niederrhein und Mitglied des ZK der KPD. 1928 bis 1930 MdL Preußen, 1930 bis 1933 Reichstagsabgeordneter. 1929 bis 1935 Mitglied desZK und des Politbüros der KPD. 1932 Reichsleiter der RGO. Nach 1933 zusammen mit Schubert gegen Ulbricht und Pieck, 1935 degradiert. In sowjetischer Emigration 1937 verhaftet, 1943 im Lager umgekommen. (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Lexikon.)

Schulze, Max. Geb. 10.7.1891 in Jena. Mechaniker bei der Firma Zeiss in Jena, KPD-Funktionär, Bundeshandball-Leiter des Arbeiter-Turn- und Sportverbandes. Wegen des Versuchs der KPD, den Verband zu spalten, trat er 1929 aus der Partei aus. 1933 emigrierte er über die CSR nach Schweden und kam als Spezialist in die Putilow-Werke in Leningrad, Mitarbeiter der dortigen „Roten Zeitung". Während der Säuberungen verhaftet und seither verschollen.

Seiler, Johann. Geb. 22.8.1901 in Nürnberg. In der KPD aktiv, nach 1933 Emigration in die UdSSR. In Swerdlowsk verhaftet, vermutlich im Gefängnis ums Leben gekommen.

Singvogel, Kurt. Geb. 8.12.1912 in Berlin. KPD-Funktionär in Berlin-Charlottenburg. Chauffeur beim ZK der KPD. Emigrierte mit seiner Familie in die UdSSR und wurde dort 1937 mit seiner Frau verhaftet, das weitere Schicksal der ganzen Familie ist unbekannt.

Skjellerup, Johann. Geb. 20.9.1877 in Hadersleben. Gärtner. 1896 SPD, 1917 USPD, 1920 KPD. 1921 bis 1932 MdL Preußen. 1924 Mitglied der KPD-Bezirksleitung Wasserkante (Hamburg), Anhänger der Ruth-Fischer-Opposition, 1927 Übergang zu Thälmann. Ende 1932 Übersiedlung in die UdSSR, 1937 verhaftet und seither verschollen (Biographie: Weber, Wandlung).

Sobottka. Sohn des KPD-Führers Gustav Sobottka, wurde 1937 in Moskau verhaftet und kam im Lager ums Leben.

Sommer, Michael. Geb. 12.7.1896 in Gielsdorf bei Köln. Bergarbeiter. 1918 USPD, 1920 KPD. 1924 Unterbezirksleiter und hauptamtlicher Parteifunktionär der KPD. 1925 Abgeordneter im Provinzial-Landtag. 1926 zum Orgleiter des Bezirks Mittelrhein nach Köln berufen. Diese Funktion übte er bis Ende 1929 aus. Anschließend wurde er zur RGO nach Berlin geholt und noch vor 1933 zur RGI nach Moskau überstellt. Er geriet in die Stalinschen Säuberungen und verschwand 1938 spurlos, auch seine Frau und seine Söhne wurden inhaftiert.

Sorge, Walter. KPD-Funktionär, in sowjetischer Emigration verhaftet und ins Lager deportiert, er arbeitete 1948 in Norilsk als verbannter „Freier", seither verschollen.

Spaan, Heinrich. Philologe, verfaßte mehrere Sprach-und Grammatik-Bücher, die im Staatsverlag in Engels veröffentlicht wurden. 1936 verhaftet, seither verschollen.

Stahl, Gertrud. Stenotypistin im Politbüro der KPD in Berlin, zeitweilig Sekretärin von Ernst Thälmann. Emigrierte in die Sowjetunion und wurde dort 1937 in den Selbstmord getrieben.

Stauer, Hans (richt.: Konon Berman-Jurin). Geb. 1901 arbeitete als Beauftragter der Komintern in Deutschland. Nach einem kurzen Besuch der Universität Mitte der zwanziger Jahre in den Apparat der Komintern aufgenommen. Seit 1928 Mitglied derBL Berlin-Brandenburg. 1929 bis 1933 Agitprop-Sekretär der Bezirksleitung. Ende 1931 vom ZK gerügt. Im März 1933 in die Sowjetunion, arbeitete im Apparat der Komintern. Im Mai 1936 verhaftet. Berman-Jurin wurde Mitangeklagter des ersten Moskauer Schauprozesses gegen Sinowjew, Kamenew u.a. Er „gestand" alle ihm zur Last gelegten Verbrechen. Am 24. August 1936 wurde Berman-Jurin zum Tode verurteilt und erschossen.

Steffen, Erich. Geb. 11.6.1895 in Berlin, lernte Schlosser. 1918 USPD, 1920 KPD. Als Anhänger der Linken 1924 in den hauptamtlichen Apparat aufgenommen, zunächst Orgleiter des Bezirks Pommern. 1926 mit der Reichsleitung der kommunistischen Erwerbslosenbewegung in Berlin betraut. 1930 übernahm Steffen die Leitung des Fabrikarbeiterverbandes in der RGO und gab die Zeitschrift „Der rote Fabrikarbeiter" heraus. In dieser Eigenschaft zog man ihn 1931 in einen Werkspionageprozeß der BASF in Ludwigshafen/Rhein. Er wurde verhaftet und verurteilt, emigrierte dann nach Moskau. Dort leitete er nach 1933 den „Emst-Thälmann-Club". Steffen wurde zusammen mit seiner Frau 1936 in Moskau verhaftet und verschwand als Opfer der Stalinschen Säuberungen.

Stegmaier, Anna. Emigrierte 1933 in die UdSSR, 1937 zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Steinbring, Ernst. Geb. 25.8.1887 in Berlin. Fräser. KPD-Funktionär. 1933 Emigration in die UdSSR, Leiter des deutschen Klubs in Moskau, 1937 verhaftet, seither verschollen.

Strötzel, Max. Geb. 25.7.1885 in Markranstädt (Sachsen). Dreher. 1906 SPD, 1917 USPD, 1920 KPD. 1921 Politischer Leiter der KPD West­sachsen. 1924 bis 1932 Reichstagsabgeordneter. 1925 Kandidat des ZK, Anhänger Ruth Fischers, 1925 ging er zu Thälmann über. 1927 bis 1932 Polleiter in Pommern, 1933 Emigration in die UdSSR, 1937 verhaftet, 1945 gestorben (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Handbuch).

Sturm, Fritz (riht.: Samuel Sachs-Gladjew). Geb. ca. 1890. Kam im November 1918 als Vertreter der KP Rußlands nach Hamburg. Delegierter des Gründungsparteitages der KPD (Mitglied der Programmkommission), 1919 in der KPD aktiv, im März 1920 verhaftet und nach Rußland ausgewiesen. In der Komintern dann in Leningrad aktiv, 1930 Anhänger Bucharins. Während der Stalinschen Säuberungen als angebli­cher Terrorist verhaftet und 1937 erschossen.

Süßkind, Heinrich. Geb. 30.10.1895 in Kolomea. Studium in Tübingen. 1919 in Berlin „Freideutsche Jugend", Ende 1919 KPD. 1921 Chefredakteur des KPD-Zentralorgans „Rote Fahne", 1922 verhaftet und ausgewiesen. 1924 Chefredakteur der KPD in Chemnitz, 1927 als Kandid at ins ZK gewählt, wiederChefredakteurder„RotenFahne" und Kandidat des Politbüros. Als „Versöhnler" 1929 abgesetzt. 1933 Emigration nach Prag, dann in die UdSSR. 1936 verhaftet, als Opfer der Säuberung verschwunden (Biographie: Weber, Wandlung).

Taubenberger, Hermann. Geb. 21.11.1895 in München. Techniker. Im Krieg Soldat, 1919 Kommunist, war er führend an der Münchner Räterepublik beteiligt, saß deswegen von Juli 1919 bis Juli 1922 in der Festung Niederschönfeld. Anschließend Mitarbeiter des Militär-Apparats der KPD. Aktiv an den Aufstandsvorbereitungen 1923 beteiligt, wurde er im Februar 1924 in Stuttgart verhaftet, danach wieder im M-Apparat. 1933 emigrierte er mit seiner Frau Else in die Sowjetunion. Nach der Verhaftung von Carola Neher nahmen sie deren Sohn zu sich, wurden aber kurze Zeit später (als enge Freunde Erich Wollenbergs) selbst verhaftet. Hermann Taubenberger wurde erschossen, Else Taubenberger erst nach Stalins Tod aus dem Lager entlassen. Sie lebte im Baltikum, und konnte 1972 in die Bundesrepublik ausreisen, sie starb kurz darauf.

Tennenbaum, Kasimir. Als Emigrant in Moskau 1937 verhaftet und zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, Schicksal unbekannt.

Thonke, Heinz. Funktionär der KPD in Berlin-Moabit. 1938 in Moskau verhaftet und zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt, kam 1940 in Auslieferungshaft nach Deutschland.

Trettau, Otto. Geb. 24.11.1907 in Ohlau. KPD-Funktionär, 1937 in Moskau verhaftet und zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt, seither verschollen.

Tugend, Otto. Geb. 7.4.1882 in Reinickendorf. Kinovorführer. KPD-Mitglied und Funktionär des Roten Frontkämpferbundes. Emigrierte in die UdSSR und wurde dort mit Frau und Tochter verhaftet, sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Unger, Hermann. Geb. 1907. Am 27. August 1937 in Moskau verhaftet, 1940 an Deutschland ausgeliefert, verschollen.

Unger, Otto. Geb. 5.9.1893 in Böllberg (Halle). Buchhändler. 1912 Mitglied der SPD, im Krieg in der Jugendbewegung für die Spartakusgruppe aktiv. 1919 Mitglied der KPD, Geschäftsführer des Verlages „Junge Garde", kommunistischer Jugendführer. Ab 1921 Mitglied des ZK des Kommunistischen Jugendverbandes, 1921 als einer der deutschen Vertreter in die Exekutive der Kommunistischen Jugendinternationale gewählt. Unger war auch schriftstellerisch tätig, 1926 wurde er Sekretär der KPD in Hamburg. 1928 als „Versöhnler" abgesetzt. Er emigrierte und wurde Leiter der Verlagsgenossenschaft ausländischer Arbeiter in Moskau (Pseud. Bork). Im November 1937 verhaftet und erschossen.

Vatter, Clara. Geb. 1900. Lebte in der Emigration in der UdSSR mit August Creutzburg zusammen. Am 15. Juni 1938 verhaftet. Sie kam 1940 in Auslieferungshaft und sollte im Februar 1940 nach Deutschland ausgewiesen werden. Da ihr zweijähriges Kind erst gesucht werden mußte, verspätete sich die Auslieferung (vgl. Dok.3). Das weitere Schicksal von Clara Vatter und ihrem Kind ließ sich nicht ermitteln.

Vogeler, Heinrich. Geb. 12.12.1872 in Bremen. Der Maler, der später weltberühmt wurde, hatte sich 1894 in Worpswede niedergelassen, wo er später seinen „Barkenhoff" der kommunistischen Roten Hilfe zur Verfügung stellte. Vogeler war Kommunist, er gehörte seit 1923 der KPD sowie zahlreichen kommunistischen Organisationen an, stand aber in der KPD vor allem Clara Zetkin und den „rechten" Kommunisten nahe. Er wurde 1929 vorübergehend aus der Partei ausgeschlossen. Übersiedlung 1931 nach Moskau, bereiste die Sowjetunion und erlebte dort verschiedene Ausstellungen seiner Werke. Während der Säuberungen lebte er in großer Armut, wurde aber nicht verhaftet. 1941 nach Kasachstan „verschickt" litt er unter den schrecklichen Entbehrungen. Er starb (oder: verhungerte) am 14.6.1942. Zur umfangreichen Literatur vgl. den Artikel im Biographischen Handbuch des deutschsprachigen Exils, Bd. 2, 19).

Vogt, Kurt. KPD-Funktionär. 1938 in Moskau verhaftet, seither verschollen.

Waiden, Herwarth (richt.: Georg Lewin). Geb. 16.9.1878 in Berlin. Der Dramatiker, Satiriker, Kunstkritiker und Musiker wurde vor allem berühmt durch die Gründung des Verlags und der Zeitschrift „Der Sturm", die dem Expressionismus und der Moderne in der deutschen Kunst den Weg bahnte. Er war Mitglied der „Gesellschaft der Freunde Sowjet-Rußlands" und übersiedelte mit seiner Frau 1932 nach Moskau, dort lehrte er im Fremdsprachen-Institut und schrieb für deutsche Zeitschriften. Waiden wurde am 13. März 1941 in Moskau verhaftet, als die schlimmste Zeit der Säuberungen bereits vorüber war. Seine junge deutsche Frau Ellen (geb. Bork) floh mit ihrem Kind in die deutsche Botschaft und kam nach Berlin zurück. Die Tochter erhielt erst nach einem Besuch in Moskau (1966) nähere Informationen: Waiden war am 31.10.1941 in Saratow/Wolga verstorben. „In einem Zusatz hieß es, daß er .rehabilitiert' wurde. (Weitere Nachfragen, was es mit dieser Rehabilitation auf sich habe und ob ich Aussicht hätte, das beschlagnahmte Eigentum meines Vaters, d.h. seine Bibliothek und seinen schriftlichen Nachlaß zu erhalten, blieben wieder unbeantwortet)" („europäische ideen", Heft 14/15,1976).

Wallendorf, Philipp. Geb. 4.12.1899 in Weinheim. Lederarbeiter. Führer der KPD in Weinheim, Vorsitzender des „Freien Sportkartells". Kandidat der KPD bei Wahlen, 1932 Streikleiter. Nach Widerstandsarbeit gegen das NS-Regime 1934 Emigration in die UdSSR, 1937 verhaftet, seither verschollen.

Walter, Kurt. KPD-Funktionär, in Moskau 1937 verhaftet, seither verschollen.

Weber, Hermann. Geb. 15.2.1888 in Horn (Lippe). Schlosser. 1909 SPD, 1917 USPD, 1920 KPD. 1923 bis 1925 KPD-Sekretär in Düsseldorf, dann in Hamburg. 1929 Sekretär der KPD in Solingen, dort 1930 zum Oberbürgermeister gewählt, aber nicht bestätigt. Anhänger Heinz Neumanns. 1932 in die UdSSR übersiedelt, 1937in Odessa verhaftet und seither verschollen (Biographie: Weber, Wandlung; Biogr. Handbuch).

Wedrich, Heinrich. Geb. 19.1.1897 in Lodz, in der Weimarer Republik in der KPD aktiv. Nach 1933 Emigration in die UdSSR, dort verhaftet, seither verschollen.

Wilde, Grete. Geb. 12.5.1904 in Berlin. Stenotypistin. Seit 1923 Politische Leiterin des Bezirks Berlin-Brandenburg des KJVD. Sie war politisch und persönlich eng mit Ruth Fischer befreundet, behielt ihre Funktion aber auch nach deren Absetzung. Ende 1927 zur Arbeit in der Komintern nach Moskau geschickt. Für die Komintern arbeitete sie 1929 in der Türkei, wurde dort zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. 1932 kehrte sie nach Moskau zurück und war im Mitteleuropäischen Sekretariat der Komintern (bei Knorin, der 1936 verhaftet und erschossen wurde) tätig. Sie wurde zusammen mit Knorin 1936 verhaftet und ist im Lager umgekommen.

Wilke, Johanna geb. Hartog. Geb. 16.8.1904 in Aachen, Stenotypist in. Emigrierte in die UdSSR, wurde in Engels (Wolga-Republik) verhaftet und zu 5 Jahren Lager verurteilt, war 9 Jahre im Lager Kolymaund soll dann in der UdSSR „frei" gelebt haben.

Willert, Fritz. Geb. 30.8.1908. Emigrierte nach 1933 in die UdSSR, wurde 1937 verhaftet und kam vermutlich in der Haft in Tscheljabinsk ums Leben.

Wloch, Willi. Geb. 13.2.1897 in Berlin. Bauarbeiter. Seit 1920Mitglied der KPD, Funktionär in Berlin, Mitarbeiter des Militär-Apparats. Seit 1932 Angestellter der Komintern. 1937 verhaftet und zu 20Jahren Lager verurteilt, kam er ums Leben. Seine Frau und sein Sohn Lothar wurden nach Deutschland ausgewiesen, der Sohn wurde im Krieg zur Wehr­macht eingezogen.

Wolf, Felix (rieht.: Nikolaus Rakow). Geb. 1.4.1890 in Reichenbach. In Rußland aufgewachsen, Sohn eines deutschen Werkmeisters, aktiv an der Oktoberrevolution beteiligt. 1918 Sekretär des deutschen Soldatenrates in Moskau. Ende 1918 mit Radek und Reuter nach Deutschland. Anfang der zwanziger Jahre Korrespondent der Komintern. Delegierter auf dem IV. und V. Parteitag 1920 der KPD. Später im Komintern-Apparat in Moskau, häufig in Deutschland. 1934 (zusammen mit Erich Wollenberg) von der Internationalen Kontrollkommission aus der Komintern ausgeschlossen, während der Stalinschen Säuberungen verhaftet und im Gefängnis umgekommen.

Wolff, Dr. med., Lothar. Geb. 17.6.1882 in Wiesbaden. Berliner Arzt und Kommunist, 1937 verhaftet, seither verschollen.

Wolfsdorf, Eduard. Geb. 17.3.1895. Mechaniker. In der KPD aktiv, emigrierte nach 1933 in die UdSSR, wurde während der Säuberungen verhaftet und zuletzt im Gefängnis von Bobruisk gesehen.

Wundersee, Erich. Geb. 25.5.1889 in Berlin. Seit 1909 in der SPD, im Krieg Mitglied der Spartakusgruppe. War auf dem Gründungsparteitag der KPD anwesend und hatte in der Partei verschiedene Funktionen (Deckname Knorke). Er emigrierte 1933 in die Sowjetunion, wurde 1937 verhaftet und ist seither verschollen.

Zwicker, Albert. Geb. 17.8.1897 in Stuttgart. Schlosser. 1919 KPD. 1922 bis 1923 in der Zentrale der KPD in Berlin. Danach arbeitete er in kommunistischen Massenorganisationen. 1925 zu 1 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. 1927 bis Anfang 1929 Agitprop-Sekretär in der KPD-Be­zirksleitung Württemberg. Im Februar 1929 schickte das ZK Zwicker nach Sachsen. 1933 illegale Arbeit, später in die Sowjetunion emigriert. Leiter des Klubs ausländischer Arbeiter in Moskau. Zusammen mit Schwenk während der Moskauer Säuberungen 1937 verhaftet, soll Zwicker hingerichtet worden sein.

Editorische Hinweise

Die Liste wurde entnommen aus:

Hermann Weber:  „Weiße Flecken" in der Geschichte, Die KPD-Opfer der Stalinschen Säuberungen und ihre Rehabilitierung, erschienen März 1989 im ISP-Verlag, Frankfurt/M, S.86-123.