Heraklit, der Begründer der Dialektik
Wissenschaft und Weltanschauung in der Antike - Teil III.4

von Athanase Joja

07/2019

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4. Die Antinomie der Gegensätze

a) Selbstdifferenzierung.

Im „Gastmahl" nennt Platon das Prinzip des He-raklit von der Verdopplung (Selbstdifferenzierung, Selbstunterscheidung) des Einen einen „großen Widersinn". Dieses Prinzip lautet: das Eine, das sich unterscheidet (differenziert, verdoppelt), vereinigt sich (geht mit sich selbst zusammen) .(76) Anaximander hätte dieses Prinzip nicht als unsinnig emp­funden, denn das Apeiron ist eben eine undifferenzierte, unbestimmte Ma­terie, d. h. etwas Einheitliches, jedoch ein Einheitliches, das nicht unbeweglich in seiner Einheit, in absoluter Gleichheit mit sich selbst verbleibt. Es geht aus seiner eigenen Monotonie heraus, es verwandelt sich aus Gleichheit in Un­gleichheit mit sich selbst, aus einer monolithenen Einheit zum Unterschied. Es durchbricht die Schranken der ihm immanenten Möglichkeiten, und es beginnt die unendliche und abwechslungsreiche Stufenleiter der existierenden Dinge, die aus dem Apeiron hervorgehen und in dieses zurückkehren, gemäß der Notwendigkeit, gemäß dem Gesetz der universellen Entwicklung.

Das Prinzip der Selbstverdoppelung verträgt sich schon nicht mehr mit der pythagoreischen Kosmologie, in der die Dialektik des Begrenzten und Unbegrenzten eine Evolution zur äußeren Aktion zweier verschiedener Ak­teure bedeutete. Auf jeden Fall steht die Selbstverdoppelung im Gegensatz zur These des Xenophanes, den Aristoteles als jenen Philosophen betrachtet, der noch vor Parmenides und Melissos die Alleinslehre vortrug,(77) d. h. als den ersten Philosophen, der die Welt im eleatischen Sinne betrachtete. Das Prinzip der Selbstverdoppelung als die Quelle der Bewegung, Vervielfäl­tigung und Verwandlung ist für Parmenides, Zenon und Melissos unannehm­bar. Parmenides, Platon und selbst Aristoteles (in der Form der Einheit der Gegensätze) lehnten es ab.

Lenin schreibt dazu: „Spaltung des Einheitlichen und Erkenntnis seiner widersprechenden Bestandteile (siehe Zitat aus Philo über Heraklit am An­fang von Teil III [Vom Erkennen] des Lassalleschen Heraklit) ist das Wesen (eine der Wesenheiten, eine der grundlegenden, wenn nicht die grundlegende Besonderheit oder Seite) der Dialektik. Geradeso stellt auch Hegel die Frage (Aristoteles ringt damit beständig in seiner Metaphysik und kämpft gegen Heraklit resp. die heraklitischen Ideen)."(78) Lenin bezieht sich auf folgenden Abschnitt bei Philo: „Denn das Eine ist das aus zweien Gegenteilen Be­stehende, so daß, wenn es entzweigeschnitten wird, die Gegenteile erkenn­bar werden. Ist es nicht dies, wovon die Hellenen sagen, daß es ihr großer und berühmter Heraklit seiner Philosophie vorangestellt und sich dessen als einer neuen Erfindung gerühmt habe?"(79)

So besteht die fundamentale, zusammenfassende These der Heraklitischen Philosophie in der Verdoppelung des Einen und dessen Selbstverwandlung in eine widerspruchsvolle Einheit. Das „persönliche Denken" (= metaphy­sische) sieht die existierenden Dinge in ihrer unbeweglichen Identität, und selbst wenn sich diese Identität zu modifizieren scheint, wird angenommen, daß sich diese Modifikation nach und nach und nicht auf einmal vollzieht. Die Selbstdifferenzierung, die Verdoppelung des Einen, ist sicherlich eine wesentliche Bestimmung des Existierenden. Wenn diese Bestimmung nicht zum Wesen jedes existierenden Dinges gehörte, könnten weder Bewegung noch Entwicklung existieren, könnte die Natur nicht existieren (Physis = Geburt, Tod, Entwicklung). Es existierte dann bestenfalls ein Apeiron, das sich niemals selbst bestimmen, sondern aoristos bleiben würde. Ohne Selbst­unterscheidung würde nur ein starres, totes Allgemeines existieren. Es exi­stierte kein Kosmos, denn es gäbe weder Organisation noch Ordnung; es existierte kein Logos, keine Gesetze, denn es würden weder Relationen noch Erscheinungen existieren; es existierte weder das Ganze, das Universum, denn alles wäre isoliert nebeneinandergestellt, noch dessen Teile, denn Teile setzen immer ein Ganzes, eine Organisation voraus.

Das Prinzip der Selbstunterscheidung und Selbstverdoppelung erhält bei Heraklit ontologische Bedeutung als ursprüngliche Quelle, Ursache und Ver­nunft des Kosmos. Hat es auch logische Bedeutung?

Burnet schreibt: „Wir müssen jedoch vorsichtig sein und nicht glauben, daß, was Herakleitos auf diese Weise entdeckte, ein logisches Prinzip gewe­sen sei. Das war der Fehler von Lassalles Buch. Die Identität in der Ver­schiedenheit und durch dieselbe, die Herakleitos aufstellte, war lediglich physikalisch; Logik existierte noch nicht, und da das Prinzip der Identität noch nicht formuliert worden war, wäre es unmöglich gewesen, gegen eine abstrakte Bedeutung desselben zu protestieren. Die Identität, die er als im Unterschiede bestehend darstellt, ist einfach die der Ursubstanz in allen ihren Manifestationen. Diese Identität war schon von den Milesiern tatsächlich erfaßt worden, aber sie hatten im Unterschiede eine Schwierigkeit gefunden. Anaximander hatte den Kampf der Gegensätze als eine .Ungerechtigkeit' behandelt, und was Herakleitos zu zeigen sich bestrebte, war, daß es im Gegenteile die höchste Gerechtigkeit sei."(80)

Zweifellos ist Selbstunterscheidung und Selbstverdoppelung ein physika­lisches Prinzip; zweifellos war das Identitätsprinzip noch nicht formuliert und konnte Heraklit deshalb auch nicht gegen eine Auffassung, die das Iden­titätsprinzip als Tautologie verstand, protestieren. Es ist ebenfalls wahr, daß Heraklit den Kampf der Gegensätze als „Gerechtigkeit" und als höchstes Gesetz betrachtete, wie er in Fragment 80 sagt: „Man soll aber wissen, daß der Krieg gemeinsam (allgemein) ist und das Recht der Zwist und daß alles geschieht auf Grund von Zwist und Schuldigkeit."(81)

Dennoch wäre es falsch zu behaupten, das Prinzip der Selbstunterschei­dung und des immanenten Gegensatzes habe nichts mit Logik zu tun. Wenn man Heraklits und Parmenides' Fragmente sorgfältig liest, bemerkt man, daß in ihnen das Problem der logischen Prinzipien aufgeworfen wird. Was den Eleaten betrifft, so sind sich Robin und andere Historiker einig, daß er das Widerspruchsprinzip formuliert hat.(82) Burnet schreibt: „Die große Neuerung im Gedicht des Parmenides ist die Methode der Beweisführung."(83) Hinter den Diskussionen über die absolute Notwendigkeit des Seins und der Unmöglichkeit des Nichtseins spürt man im Poem des Parmenides auf jedem Schritt, daß ein logisches Prinzip die Lösungen des Eleaten bestimmt, näm­lich das Prinzip der abstrakten Identität, dessen negative Form das Prin­zip vom ausgeschlossenen Widerspruch ist. Seit die Philosophen mit den Prinzipien der formalen Logik vertraut sind, fällt es ihnen leicht, das Ent­stehen der Logik bei Parmenides zu verfolgen, obwohl bei diesem auch der physikalische und der logische Aspekt miteinander verwoben, noch nicht getrennt sind, was durch den berühmten Vers bewiesen wird: „Dasselbe ist Denken und der Gedanke, daß Ist ist; denn nicht ohne das Seiende, in dem es als Ausgesprochenes ist, kannst du das Denken antreffen."(84) Bei Parmeni­des finden wir die Tendenz - die letzten Endes idealistisch ist -, das Existie­rende zu zwingen, mit dem methaphysischen Denken, namentlich mit dem Prinzip der (abstrakten) Identität und des ausgeschlossenen Widerspruchs, übereinzustimmen. Für Heraklit existiert zwar ebenfalls eine Identität zwi­schen Sein und Denken, aber in dem Sinne, daß das universelle Denken (xynos logos) mit dem Sein übereinstimmt. Hier existiert keine adaequatio rei ad intellectum, wie sich das ursprünglich bei Parmenides darstellt, son­dern eine adaequatio intellectus communis (vel universalis) ad rem. Aus diesem Grunde ist auch die Behauptung Heideggers „Parmenides teilt mit Heraklit denselben Standort"(85) falsch.

Mit seinem Poem protestiert Parmenides speziell gegen die These Hera­klits, gegen „unentschiedene Haufen, denen das Sein und Nichtsein für das­selbe gilt und nicht für dasselbe und für die es bei allem eine gegenstrebige Bahn gibt"(86). Der Bezug auf Heraklit ist offensichtlich. Parmenides behaup­tete das Prinzip der Identität und des ausgeschlossenen Widerspruchs (zwar ohne den Begriff der Logik zu haben, aber ihn antizipierend). Etwas ähn­liches kann von Heraklit gesagt werden. Letzterer formulierte natürlich keine logischen Prinzipien, sondern beschäftigte sich mit dem Problem der Denkmethode und antizipierte so die dialektische Logik. Das negative Ver­hältnis des Aristoteles zu Heraklit, auf das sich Burnet bezieht, ist nicht entscheidend, da der Stagirite, obwohl er ein genialer Dialektiker war, die Möglichkeit einer dialektischen Logik nicht erörterte. Außerdem lehnt

Burnet die dialektisch-materialistische Idee ab, daß logische Prinzipien und Formen allgemeinste Eigenschaften der Natur widerspiegeln. Kein Wunder, daß er Heraklits These jegliche logische Bedeutung abspricht.

Wir glauben im Gegenteil, daß die These Heraklits durchaus logische -dialektisch-logische, versteht sich - Relevanz hat und daß sich bestimmte Frag­mente Heraklits auf die Denkmethode beziehen. Der Logos wird bei Hera­klit nicht zur Logik, sondern ist Träger der Logik. Heraklit beschäftigt sich offensichtlich mit dem Problem des Denkens, mit der Denkweise. Auch Hegel arbeitete die wahre (reale) dialektische Logik nicht detailliert aus und schuf - außer den Kapiteln über die Klassifikation der Urteile und die Syllogismen - kein dialektisches Gegenstück zum formal-logischen Organon.

Heraklit formulierte die konkrete Identität des Existierenden: das Eine, das mit sich selbst auseinandergeht und sich von sich selbst unterscheidet. Hegel sagt: „Die lebendige Substanz ist ferner das Sein, welches in Wahr­heit Subjekt, oder was dasselbe heißt, welches in Wahrheit wirklich ist, nur insofern sie die Bewegung des Sichselbstsetzens, oder die Vermittlung des Sichanderswerdens mit sich selbst ist."(87)

Das Heraklitische Eine ist lebendige Totalität. Diese konkrete Identität - der Gegensatz zur abstrakten und tautologischen Identität des Parme­nides - ist eine Einheit von Gegensätzen. Die konkrete Identität schließt die Gegensätze ein, denn das Eine enthält seine undifferenzierte Einheit und seine unmittelbare Negation, Identität und Unterschied, Positives und Ne­gatives, Affirmation und Negation. „Selbstdifferenzierung" und „Kampf der Gegensätze" sind ontische Prinzipien, aber seit bei Heraklit xynos logos die objektive Realität widerspiegelt, sind diese Prinzipien in nuce logische, dia­lektische. Die konkrete Identität ist zugleich die elementare Form des Kamp­fes der Gegensätze und ihr Resultat. Wie könnte sich das Eine auch selbst unterscheiden, wenn dies nicht so wäre?

b) Der Kampf der Gegensätze.

Er bildet das fundamentale Thema des Herakliteismus und widerspricht ganz klar dem formalen Prinzip vom aus­geschlossenen Widerspruch. Heraklit erklärt: „Krieg ist aller Dinge Vater, aller Dinge König. Die einen erweist er als Götter, die anderen als Menschen, die einen macht er zu Sklaven, die anderen zu Freien."88 Die Universalität des Kampfes ist offensichtlich; sie erscheint sogar in dem Fakt, daß Heraklit die lebenden Wesen in Götter und Menschen einteilt; der Gegensatz Sklave - Freier erscheint nur als Sonderfall. Der Heraklitische Aphorismus hat allgemeinen Charakter, was auch durch andere Fragmente des Philosophen bestätigt wird, namentlich

1) durch die Bemerkung des Aristoteles aus der Nikomachischen Ethik: ,Und Heraklit: ,Das Widereinanderstehende zusammenstimmend und aus lern Unstimmigen die schönste Harmonie' und .Alles Leben entsteht durch Streit"',(89) und

2) durch Fragment 51: „Sie verstehen nicht, wie es auseinander getragen nit sich selbst im Sinn zusammen geht: gegenstrebige Vereinigung wie die Jes Bogens und der Leier"(90); die Bemerkung aus der Eudemischen Ethik: ,Herakleitos tadelt den Dichter des Verses ,Möchte doch der Streit aus Gimmel und Erde verschwinden!' Denn es könnte keine Harmonie geben, wenn es nicht hohe und tiefe Töne gebe, und keine Lebewesen ohne das Dasein von männlichen und weiblichen (Prinzipien), die einander entgegen­gesetzt seien"(91);

3) durch Fragment 80: „Man soll aber wissen, daß der Krieg gemeinsam (allgemein) ist und das Recht der Zwist und daß alles geschieht auf Grund von Zwist und Schuldigkeit."(92) Heraklits Konzeption ist also:

  • der  Kampf der Gegensätze ist universell (xynos), ist Gesetz, Notwen­digkeit, Quelle aller Dinge, Bedingung des Werdens, widersprüchliche Har­monie;

  • die Gleichzeitigkeit der Gegensätze wird von Platon im Dialog „Sophi-stes" bestätigt, wo er Heraklit Empedokles gegenüberstellt;

  • der Kampf der Gegensätze ist das fundamentale Gesetz des Existie­renden, die Vernunft, der Grund, gemäß dem alles erzeugt wird und sich entwickelt;

  • der Kampf der Gegensätze ist der objektive Logos, ratio in re, das Ge­setz der Antinomie in der Natur;

  • der universelle Logos - die Dialektik - ist die Widerspiegelung dieses universellen Gesetzes.

Heraklit erforschte sich selbst - „Ich durchforschte mich selbst"(93); er suchte in sich nicht das „persönliche Denken", sondern das „universelle Denken", das die Struktur und das Gesetz des universellen Prozesses widerspiegelt. Er entdeckte im dialektischen Denken - logos xynos - die Vorstellung vom kosmischen Gesetz, den Kampf der Gegensätze, die Selbstentzweiung, die Selbstunterscheidung des Einen, die Selbstbewegung der Natur.

Die geniale Entdeckung Heraklits besteht darin, daß die fließende, werdende Bewegung der Dinge nur die Konsequenz des Kampfes der Gegen­sätze ist. Er entdeckte nicht, daß „der .Kampf der Gegensätze' ... in Wahr­heit ein Zusammenhang" und die Weisheit „die Wahrnehmung der zugrunde­liegenden Einheit der kämpfenden Gegensätze"(94) ist. Einige meinen sogar: ^Heraklit wich nicht von der griechischen Konzeption ab, die das Vollkom­mene mit dem Unbeweglichen und Statischen vergleicht"(95), so daß das Wesen des Herakliteismus nicht die Entwicklung und der Kampf der Gegensätze wären, sondern das Gesetz, das die Erscheinungen regiert.(96) So wird die Dialektik Heraklits als „Doktrin des Logos" betrachtet, wobei diesem Aus­druck ein idealistischer Inhalt gegeben wird, der sich vom wirklichen Inhalt des Heraklitischen Logos stark unterscheidet. So bemüht man sich, einer­seits den Kampf der Gegensätze durch „Harmonie" zu ersetzen, und anderer­seits, das Gesetz von den Erscheinungen zu isolieren, Unbeweglichkeit an­stelle von Bewegung zu setzen. Nur so läßt sich Heideggers paradoxe Be­hauptung erklären - ein Beispiel für eine falsche Paradoxie überdies -, Hera­klit und Parmenides teilten in der Geschichte des Denkens denselben Stand­ort. Gomperz folgt ebenfalls einer idealistischen Vorstellung, wenn er ihm die frühen stoischen Konzeptionen zuschreibt.(97) G. Milhaud erklärt, daß Hera­klit, trotz des Begriffs der Einheit des Vielen und der Harmonie der Gegen­sätze, ein vages Echo pythagoreischen Denkens zeige.(98) Milhaud schreibt Heraklit den Begriff der universellen und göttlichen Vernunft zu. Der Ver­such, den materialistischen Inhalt des Herakliteismus zu entstellen, geht auf Hegel und Lassalle zurück. Der letztere ertränkte Heraklit in Hegel.(99) Lenin bemerkt dazu: „Bei der Behandlung des ,Feuers' beweist Lassalle, 1000mal sich wiederholend, daß dies das .Prinzip' bei Heraklit ist. Er besteht beson­ders auf dem Idealismus Heraklits (S. 25 - daß das Prinzip der Entwicklung, des Werdens, bei Heraklit logisch-präexistent, daß seine Philosophie = Ideal­philosophie. Sic!!) ((Hineinzwängen ins Hegelsche!))."(100)

In Wirklichkeit teilt sich das, was sich entzweit, in zwei Teile, weil es sich selbst widerspricht; das „Eine" ist materiell, da jedes „Eine" Wechsel, Kom­pensation, Metamorphose des Feuers ist. Entzweiung und Teilung des Einen in Zwei, in entgegengesetzte Aspekte und deren Entwicklung sind materielle Prozesse. Das Feuer ist ein materielles, kein logisches Prinzip. Der Prozeß, der Fluß, das Werden sind die materiellen Formen der Realisierung des materiellen Prinzips und keine logischen Prinzipien. Entwicklung, Bewegung sind nicht einfach logisch präexistente Prinzipien der Materie, sondern Attri­bute des Wesens der Materie. Der Kampf der Gegensätze ist das fundamen­tale Gesetz der Materie; er ist ihr Logos; er ist das, „was in den Erscheinun­gen überdauert (bleibt)", das „Identische in den Erscheinungen", das „ruhige Abbild der Erscheinungen", die „wesentliche Erscheinung", er ist die „Wider­spiegelung des Wesens in der Bewegung des Universums".

Der Heraklitische Logos ist nicht von anderer Natur als die existierenden Dinge, er ist nicht über ihnen, sondern im unendlichen Geflecht der existie­renden Dinge, er ist deren ruhige Widerspiegelung, deren Gesetz, das Gesetz der materiell existierenden Dinge. Die Seele selbst ist materiell, denn sie ist Feuer, das sich in Wasser und Erde verwandeln kann, sie ist eine trockene Ausdünstung, und dieses Feuer ist fähig, das äußere Feuer, die ursprüngliche Materie widerzuspiegeln, aus der alles hervorgeht und in die alles zurück­kehrt. Das ewige Feuer sei „vernunftbegabt, und Ursache der ganzen Welt­regierung"(101). Das Feuer ist demnach das Gesetz, die Vernunft, und das Feuer, das die Seele darstellt, widerspiegelt das objektive Gesetz deshalb, weil es von derselben Natur ist wie das äußere Feuer. Empedokles erklärt später, daß die Wahrnehmung daher komme, daß ein Element, das in uns ist, mit demselben Element außer uns zusammentrifft. Nichts ist entfernter von der Hegeischen Konzeption, in der der Logos als reines Denken sich in der Natur vergegenständlicht, die nichts ist als „die Idee in der Form ihres Andersseins"!

Bei Heraklit wie bei Hegel finden wir Monismus, materialistischen bei Heraklit, idealistischen bei Hegel. Beider Positionen sind diametral ent­gegengesetzt : während bei Hegel die materielle Welt nichts anderes als der Widerschein und die Verkörperung der Idee ist, existiert bei Heraklit nur die bewegte Materie, von ihrem eigenen Gesetz, dem Logos beherrscht, und das Denken ist von derselben Natur wie die objektive Welt. Sein eigener Logos (Vernunft) ist die Widerspiegelung des objektiven Logos.

Bei beiden erscheinen Selbstdifferenzierung und Kampf der Gegensätze als fundamentale Gesetze, jedoch auf völlig verschiedenem Hintergrund. Während bei Hegel das Werden ein logisches Prinzip ist, das vor der Welt existiert, sind im Gegensatz dazu bei Heraklit das Werden und der Wider­spruch genauso ewig wie die Welt. Sie existieren nicht vor ihr, sondern be­stehen in ihr; sie sind fundamentale Eigenschaften derselben. Bei Hegel sind Selbstdifferenzierung und immanenter Widerspruch wesentlich logische Prin­zipien, denn sie sind Prinzipien des reinen, hypostasierten Denkens, eines Denkens, das über der materiellen Welt und anstelle eines Gottes der realen Welt steht. Auf Hegel wirkten sich die christliche Theologie und das „Wort", die Hypostasierung der göttlichen Dreieinigkeit aus. Die Selbstdifferenzie­rung und der immanente Widerspruch sind bei Heraklit ontologische Prin­zipien, Grundgesetze der materiellen Welt, deren logische Folgen er unserer Meinung nach jedoch klar erkennt.

Die Realität entwickelt sich nach logischen und methodologischen Geset­zen, denn das Logische ist für Heraklit das Ontologische; es ist die geistige Widerspiegelung (xynos logos) der objektiven Gesetzlichkeit (kosmos logos; dieser Ausdruck existiert als solcher in den Fragmenten nicht, ist jedoch im­plizit in Fragment 1 enthalten). Der Aristotelische Satz (die intelligiblen Formen sind in den sinnlichen Formen enthalten) ist die explizite Formulie­rung der Idee Heraklits. Die logischen Konsequenzen der Philosophie Hera­klits riefen nicht irgendeinen philosophischen Sancho Pansa, sondern solche Geister wie Parmenides, Platon und Aristoteles auf den Plan. Wir sagten weiter oben, daß Platon im „Gastmahl" erklärte, es sei „großer Widersinn", wie Heraklit zu bemerken, „das Eine.. . gehe, eben indem es auseinander­gehe, mit sich selber zusammen"(102).

Als Aristoteles das Prinzip vom ausgeschlossenen Widerspruch aufstellte, bezog er sich ausdrücklich auf Heraklit, indem er das Paradoxon des letzteren, die Identität von Sein und Nichtsein als Komponenten des Werdens zu betrachten, ablehnte. In der „Methaphysik" formuliert Aristoteles das Prinzip vom ausgeschlossenen Widerspruch: daß dasselbe demselben nicht zugleich und in derselben Hinsicht... zukommen und nicht zukommen kann". Und er erklärt denn niemand kann glauben, daß dasselbe sei und nicht sei, wie manche meinen, daß Heraklit behauptet"(103). Weiter pole­misiert er gegen Heraklit: „Es findet sich aber im Seienden ein Prinzip, über das man sich nicht täuschen kann, sondern im Gegenteil notwendig immer das Wahre erkennt, das ist der Satz, daß dasselbe zu einer und derselben Zeit nicht sein und nicht sein, und daß es auch sonst nichts sein und nicht sein kann, was sich in dieser Weise entgegengesetzt ist."(104) Im selben Kapitel betont Aristoteles die Notwendigkeit konstanter Begriffe: „Demnach muß jedes Wort bekannt sein und etwas bedeuten, nicht vieles, sondern nur eines: hat es mehrere Bedeutungen, so muß man erklären, auf welche von ihnen man das Wort bezieht. Wer nun sagt, etwas sei und sei nicht, verneint das, was er behauptet, und leugnet mithin, daß das Wort das bezeichnet, was es bezeichnet. Das ist aber unmöglich."(105) Er fährt fort: „Wenn also ein Wort bedeutet, daß dieses bestimmte Ding sei, so kann die kontradiktorische Aus­sage unmöglich in Beziehung auf dasselbe wahr sein. Ferner, wenn ein Wort etwas bezeichnet und die Beziehung sich bewahrheitet, so muß das so sein; was aber sein muß, kann nie nicht sein; folglich können die entgegengesetzten Aussagen unmöglich in Beziehung auf dasselbe wahr sein."(106) Wenn diese Identität der Bezeichnung nicht beachtet wird, kann jemand solche Absurdi­täten behaupten wie: dasselbe Individuum ist ein Mensch und ein Pferd.

Wie wir sehen, legt Aristoteles hier die positive Form des Prinzips vom ausgeschlossenen Widerspruch dar, nämlich das Identitätsprinzip. Wir kön­nen deshalb behaupten, daß, obwohl sich die Bezeichnung „Identitätsprin­zip" in den Werken des Stagiriten nicht findet, die Substanz dieses Prinzips in den angegebenen Passagen enthalten ist, ebenso wie im bekannten Abschnitt der 1. Analytik, 32, 47 a 8: alles, was wahr ist, muß mit sich selbst überein­stimmen. Wir meinen, daß das Prinzip nicht nur an dieser letzten Stelle (wie Bochenski gelegentlich bemerkt) formuliert ist, sondern auch in der Metaphysik K 5, 1062 a. Als Konsequenz aus diesen Überlegungen schließt Aristoteles: „Wohl bald aber würde man auch den Heraklit selbst, wenn man ihn so gefragt hätte, zu dem Eingeständnisse genötigt haben, daß die entgegengesetzten Aussagen niemals in Beziehung auf ein und dasselbe wahr sein können. So aber hat er, ohne selber zu verstehen, was er eigentlich sagt, diese Meinung gefaßt. Überhaupt aber kann, wenn seine Behauptung wahr ist, eben dies nicht wahr sein, ich meine, daß dasselbe in einer und derselben Zeit sein kann und nicht sein kann."(107)

Wir sehen, wie Aristoteles in diesen Ausschnitten unversehens vom Iden­titätsprinzip, das nicht expressis verbis formuliert ist, zum Prinzip vom aus­geschlossenen Widerspruch übergeht. Wir halten es für eine unbestreitbare Tatsache, daß uns Aristoteles hier, ohne es so zu nennen, das Identitätsprin­zip darlegt, welches seiner Meinung nach rein logische Bedeutung hat, indem es die Konstanz und Identität der Begriffe fordert. Aristoteles findet das Prinzip vom ausgeschlossenen Widerspruch in der Struktur der objektiven Realität. Das Identitätsprinzip jedoch bezieht er nur auf die Erfordernisse des richtigen Denkens. Dieser Umstand läßt sich dadurch erklären, daß so­wohl in der objektiven Realität als auch in der Logik nicht die Identität, sondern der Widerspruch tiefer beeindruckt. Der Widerspruch ist nicht nur die negative Form der Identität, sondern auch ihre entwickelte, höhere Form. Er erscheint sowohl in der objektiven Natur als auch im Denken als vor­herrschend, fundamental, als hypothesis, Basis, Grund, als fundamentale Bedingung sowohl der Realität als auch des Denkens. Deshalb hat Aristo­teles der These Heraklits von der konkreten Identität auch nichts entgegen­zusetzen. Er kämpft nur unablässig dagegen, indem er sich, wie Lenin sagt, bemüht, einen unüberwindlichen Gegensatz zwischen dem Prinzip vom aus­geschlossenen Widerspruch und dem Prinzip von der Einheit und dem Kampf der Gegensätze zu konstruieren. Das letztere wurde von Heraklit in onto-logischer Hinsicht aufgestellt, es hat aber auch sichtbare Folgen für die Logik. Weshalb sollte Aristoteles sonst so hartnäckig sein, wie dies in der „Metha-physik" zum Ausdruck kommt? Aristoteles formulierte das Prinzip vom aus­geschlossenen Widerspruch - dieses Fundament der formalen Logik - im Gegensatz zum Heraklitischen Prinzip der Einheit der Gegensätze. Dank dieses Gegensatzes half Heraklit Aristoteles, das fundamentale Prinzip der formalen Logik voll zu erkennen, das ihm das „sicherste" von allen Prin­zipien ist, denn es ist „das natürliche Prinzip aller anderen Axiome."(108)

Aristoteles erkannte klar die logischen Konsequenzen der Paradoxien des Heraklit, wie in der entsprechenden Passage der Metaphysik, F 3, 1005 b, zum Ausdruck kommt. Der Stagirite begründet das Prinzip vom ausgeschlos­senen Widerspruch mit der ontologischen Unmöglichkeit der Gleichzeitigkeit von Widersprüchen. Bei ihm sind das Ontologische und das Logische mit­einander verwoben; das Logische ist im Ontologischen enthalten. „Es gibt aber welche, die, wie gesagt, sowohl behaupten, daß ein und dasselbe sein und nicht sein, als auch, daß man das glauben kann. Es bedienen sich dieses Satzes aber auch viele Naturphilosophen. Wir aber haben es jetzt als unmög­lich ausgesprochen, daß etwas zugleich ist und nicht ist, und haben daraus gezeigt, daß dies das sicherste von allen Prinzipien ist."(109) Aristoteles meint, daß es unmöglich ist, das Prinzip vom ausgeschlossenen Widerspruch direkt, absolut zu beweisen. Indirekt hingegen sei dies möglich. Es ist unmöglich, daß dasselbe Ding gleichzeitig ist und nicht ist; das Denken kann eine solche Situation nicht bewältigen. Die ontologische Unmöglichkeit bildet die Grund­lage für die logische, und die letztere bestätigt ihrerseits die erste. In der Metaphysik, r 5, wo er den Relativismus des Protagoras kritisiert, zeigt Aristoteles, daß die frühen Verfechter des Relativismus und Skeptizismus durch die Betrachtung der materiellen Dinge zu ihrer Position gekommen sind. Sie glaubten, die Gegensätze existierten gleichzeitig in den Dingen, denn sie bemerkten sehr wohl, daß ein und dasselbe Ding Gegensätze her­vorbringt. Wenn es für etwas unmöglich ist, aus dem Nichts zu entstehen -meinten sie -, so bedeutet dies, daß die Gegensätze gleichzeitig in demselben Objekt existieren, wie z. B. alles in allem existiert nach der Lehre des Anaxagoras von den Homoiomerien, oder wie das Leere (= Nichtsein) und das Volle (= Sein) in Demokrits Lehre nebeneinander existieren. Diesen frühen Verfechtern der Koexistenz der Gegensätze hielt Aristoteles zwei Argumente entgegen, von denen er glaubte, daß sie hinreichend seien, um die Falschheit dieser Ansichten darzutun. Diese beiden Argumente sind: a) die berühmte Aristotelische Unterscheidung von dynamis und energeia; b) die Theorie der reinen energeia.

Aristoteles erklärt, daß das Existierende auf zweierlei Art aufgefaßt wer­den kann. In einem gewissen Sinne kann etwas aus Nichts entstehen, in einem anderen Sinne ist dies jedoch unmöglich. „Man spricht nämlich von dem Seienden in zweifachem Sinne, so daß in einer Weise etwas aus Nicht-seiendem werden kann, in anderer nicht, und auch dasselbe zugleich Seiendes und Nichtseiendes sein kann, nur nicht so, daß es das in derselben Hinsicht ist. Potentiell nämlich kann dasselbe zugleich Konträres sein, aber nicht ak­tuell."(110) Und er fügt hinzu, „daß es unter dem Seienden noch eine andere Substanz gibt, der gar keine Bewegung noch Vergehen und Entstehen zu­kommt"(111). Das ist die berühmte „reine energeia", der erste Beweger, der unbewegte Beweger, d. h. der Aristotelische Gott, die reine Form ohne Stoff, Wirklichkeit ohne Möglichkeit (dynamis), die nichts denkt außer ihrem eige­nen Denken, die bewegt, obwohl sie unbeweglich ist, und zwar nicht durch direkte Handlung, sondern durch die Anziehung, die sie auf die Dinge aus­übt.

Zweifelsohne ist dies ein idealistisches Moment des Stagiriten, eine schwache und farblose Vorstellung des Göttlichen. Erkenntnistheoretisch ge­sehen scheint Aristoteles zur Konzeption vom ersten, unbewegten Beweger gekommen zu sein, weil er - im Gegensatz zu Anaximander, Anaximenes, Heraklit, Empedokles, Leukipp und Demokrit - nicht die Selbstbewegung der Materie sah.

Bewegung und Entwicklung spielen in der Konzeption des Aristoteles eine fundamentale Rolle; seine Auffassung von der Bewegung trägt jedoch mechanischen Charakter; jede Bewegung muß durch einen Beweger ver­ursacht sein. Da hier jedoch die Gefahr besteht, in einen regressus ad infini­tum zu verfallen, erkennt der Stagirite die Notwendigkeit, die universelle Bewegung durch ein absolute und ewige Unbeweglichkeit zu stützen. So gelangt er zur reinen Energie. Die Bewegung scheint somit durch die Unbe­weglichkeit bedingt zu sein. Es ist Platonisches und Parmenideisches Denken, das hier bei dem Physiker und Biologen von Stagira durchscheint.

Aristoteles' Unfähigkeit, die Bewegung als die Daseinsweise der Materie zu erkennen (wie dies Heraklit und Demokrit genialerweise intuitiv erfaß­ten) ist dadurch bedingt, daß er das Prinzip vom ausgeschlossenen Wider­spruch (das von den Eleaten antizipiert und von ihm selbst exakt formu­liert wurde) nicht mit dem Heraklitischen Prinzip von der Einheit der Gegen­sätze in Einklang zu bringen vermochte. Der Begründer der formalen Logik vermochte nicht über sich selbst hinauszugehen und die Einheit der Gegen­sätze - eines der Prinzipien der dialektischen Logik, die implizit in der Hera­klitischen Weltanschauung enthalten sind - zu verstehen. Die Theorie des Ubergehens von der Möglichkeit zur Wirklichkeit wurde von Aristoteles zum Zwecke des Kampfes gegen die Heraklitische Auffassung von der Selbst­entzweiung des Einen und der Einheit der Gegensätze geschaffen. Es schien dem Stagiriten, daß die logischen Konsequenzen des Herakliteismus das Denken ruinieren und die Konstruktionen der Logik unmöglich machen, denen er ernsthaft und mit außerordentlicher Gedankentiefe einen so „gro­ßen Aufwand von Zeit und Mühe" gewidmet hatte.(112)

Aristoteles nahm sogar an, Heraklit habe seine Paradoxien mit ihren lo­gischen Konsequenzen gar nicht ernst genommen! „Denn es braucht einer nicht, was er sagt, auch zu glauben."(113) Burnet meint dazu, daß, nach Mei­nung von Aristoteles, Heraklit nicht recht verstand, was er eigentlich sagte, mit anderen Worten: „Die logische Bedeutung der Worte zog er nie in Be­tracht."(114) Sicherlich schuf Heraklit keine Wissenschaft der Logik; dennoch kann man behaupten: a) seine ontologischen Paradoxien hatten folgenreiche lo­gische Konsequenzen, b) der tiefe Unterschied zwischen dem „universellen Denken" (das wir mit der dialektischen Methode identifiziert haben) und dem ..persönlichen Denken" (das wir mit der metaphysischen Methode identi­fiziert haben), beweist, daß Heraklit wußte, welchen Wert seine Paradoxien besitzen und welche logischen Konsequenzen sie nach sich ziehen. Die Onto-logie und Kosmologie Heraklits dringen in die Logik ein. Der prominente Piaton, den die Theorie des Logos in der Philosophie des Ephesiers beein­druckt, beweist das. Die Doppelsinnigkeit des Terminus Logos, die Beziehung, die zwischen logos-kosmos und logos-nous hergestellt wird, zwischen der ob­jektiven Vernunft (Struktur, Funktion und Gesetz des Universums) und der subjektiven Vernunft (dem menschlichen Denken, das der ersteren adäquat ist), zwingen zu dem Schluß, daß für Heraklit das logische Problem effektiv existierte. Die Aristotelische Vermutung, daß sich Heraklit der logischen Seite des Problems nicht bewußt gewesen sei (es wäre wohl exakter zu sagen: die Vermutung, die Aristoteles von Burnet u. a. zugeschrieben wird), halten wir für nicht begründet.

Heraklit und Parmenides sind Zeitgenossen; Diogenes Laertius berichtet uns von beiden, daß sie in der 69. Olympiade auf dem Höhepunkt ihres Schaffens standen, also in den Jahren 504/3 - 501 v. u. Z. Wohl bezieht sich Parmenides auf Heraklit - ohne ihn namentlich zu erwähnen -, aber das widerlegt nicht die Behauptung, daß beide Zeitgenossen waren. Heute wird der Name des Parmenides oft im Zusammenhang mit dem Begriff der Logik genannt. Schon in der Antike stellte Piaton in seinen logischen Untersuchungen Parmenides im gleichnamigen Dialog als genialen Dialektiker dar, für den strenge Logik, sorgfältige Untersuchung und Definition der Begriffe von größ­ter Wichtigkeit seien. Wenn Aristoteles Zenon von Elea den „Entdecker der Dialektik" nennt - wobei er unter Dialektik eine Methode der Argumen­tation versteht, die von Prämissen ausgeht, die der Gesprächspartner an­nimmt -, so erkennt er die logischen und methodologischen Arbeiten der Eleaten an. Aber die eleatische Schule war historisch bedingt als Reaktion gegen den Herakliteismus und dessen logische Konsequenzen; sie reprä­sentiert die neueste Lehre im Vergleich zum Herakliteismus.

All das zwingt zu dem Schluß, daß der Herakliteismus logische Bedeutung hatte und daß der Verfasser der Paradoxien sich bereits mehr oder weniger der Probleme des Logischen bewußt war.

„Die Logik des Herakleitos kann rückblickend als eine Verneinung der Regeln der formalen Logik definiert werden. Historisch gesehen wäre es richtiger, die Regeln der formalen Logik als Verneinung der Logik des Hera­kleitos zu bezeichnen."(115) Wir glauben nicht, daß Heraklit die Regeln der formalen Logik geleugnet hätte, wenn sie schon explizit formuliert gewesen wären; noch aber existierten sie nur als im gewöhnlichen Denken unmittel­bar Gegebenes. Was Heraklit negierte, war idia phronesis, das persönliche Denken, das sondernde Denken, welches für den Alltagsgebrauch trennt, was vereinigt ist, jenes Denken, das einzelne Momente und Aspekte vom Fluß des Werdenden abstrahiert und das Besondere vom Allgemeinen trennt, das es umgibt. Die Logik Heraklits negierte das metaphysische Denken und, insofern dieses gewisse Zusammenhänge mit der formalen Logik auf­weist, behauptete sie implizit und antizipierend die Beschränktheit der for­malen Logik. Exakter gesagt: die Regeln der formalen Logik wurden in embryonaler Gestalt von den Eleaten und (mit unendlich größerer Nuancie­rung) im Organon dargestellt. Das Widerspruchsprinzip - elementar bei Parmenides formuliert - ist ein heftiger Protest gegen das, was Thomson Heraklitische Logik nennt. Die Art und Weise, in der Aristoteles das Prin­zip vom ausgeschlossenen Widerspruch formulierte, und die Beharrlichkeit, mit der er gegen Heraklits Paradoxien kämpfte, beweist, daß die formale Logik im Kampf gegen Heraklits Logik, gegen die Heraklitische Dialektik und deren logische Konsequenzen entstanden ist.

Heraklits Konzeption ist die extreme Entwicklung, der theoretische Aus­druck und die logische Quintessenz eines frühen sozialen Bewußtseins, das der Vorklassengesellschaft entspricht. „Die Anschauung der Vorklassenge­sellschaft ist intuitiv dialektisch und materialistisch. Bewegung, Verwand­lung, Kampf werden als offensichtliche Wahrheiten betrachtet. Mit der Tei­lung der Gesellschaft in Klassen gewinnt diese Theorie an Einfluß, aber nicht in der Gesellschaft insgesamt, sondern nur in der herrschenden Klasse, und sie entfernt sich konsequenterweise von der Praxis in dem Maße, wie die herrschende Klasse von produktiver Arbeit getrennt ist.

Wie seine Vorläufer der milesischen Schule gehört Heraklit zur alten hierarchischen Aristokratie; wie sie bewahrte er den materialistischen Inhalt der alten Stammestraditionen und präsentierte wie sie den alten Inhalt in neuer Form. Sein Werk kennzeichnet einen Fortschritt über sie hinaus, denn der Inhalt, obwohl im wesentlichen unverändert, wird in ausgearbeite­ter, theoretischer, abstrakterer Form dargestellt. Diese Entwicklung wurde, wie wir gesehen haben, durch die Entwicklung der materiellen Produktion ermöglicht und bestimmt."(116)

Thomson (117) betont richtig, daß Heraklits Bewußtsein und das Bewußtsein der Vorklassengesellschaft durch viele Fäden miteinander verknüpft sind, aber er versäumt hervorzuheben, daß Heraklit zugleich in wesentlichen Fra­gen über seine Vorgänger hinausging. Er vergißt auch Heraklits Sprung zur logischen Abstraktion und daß er, von diesem alten Bewußtsein herkom­mend, seine dialektischen Elemente in einem organisierten System der Dialektik mit wichtigen logischen Konsequenzen theoretisch verarbeitete. Heraklit wertete die philosophische Überlieferung der Vorklassengesellschaft im Lichte der Erfahrungen des Klassenkampfes der Gesellschaft seiner Zeit schöpferisch aus, ähnlich wie ein großer Komponist schöpferischen Gebrauch von der Folklore macht.

Die logischen Konsequenzen der Thesen Heraklits wirkten unmittelbar auf die nachfolgenden Versuche ein, die formale Logik zu konstituieren, die Dialektik in Griechenland zu modernisieren, und viele Jahrhunderte später wirkten sie auf die Konstituierung der modernen Logik ein.

In Heraklits Fragmenten sind zum erstenmal die fundamentalen Prin­zipien der dialektischen Methode formuliert worden, namentlich:

a) die gegenseitige Bedingtheit der Erscheinungen;
b) die Selbstbewegung der Erscheinungen;
c) der Kampf der Gegensätze.

Aus diesen methodologischen Prinzipien ergeben sich logische Konsequenzen, die selbst Hegel - besonders im Kapitel über das Urteil - nur teilweise als solche zu ziehen vermochte. Anders ausgedrückt: bei Hegel wird das Lo­gische nicht als aus dem Methodologischen abgeleitet ersichtlich, es bildet noch eine undifferenzierte Einheit mit diesem. Das Logische und das Me­thodologische (welches das Ontologische direkt widerspiegelt) existieren bei Hegel gewöhnlich ungeteilt nebeneinander und hindern so die Konstituierung der Logik. Die Logik muß ontologisch bleiben, in dem Sinne, daß sie, die die allgemeinsten Formen der objektiven Realität widerspiegelt, die syntak­tischen Hilfsmittel für das Studium der Realität liefern muß, wobei sie diese in ihrer komplexen Struktur, in ihrem Logos widerspiegelt. Indem sie in diesem Sinne ontologisch bleibt - d. h. von der Realität ausgeht und auf sie angewendet wird -, muß sich die Logik in einem Organon konstituieren, in einer Aufzählung von Denkformen, die in zusammenhängender, verbun­dener und komplexer Weise die objektiv zusammenhängende, verbundene, vielfältige und unerschöpfliche Realität auszudrücken vermögen. Im Hinblick auf diese Aufgabe können wir feststellen, daß Heraklit die logischen Konsequenzen aus den methodologischen Prinzipien seiner eigenen Paradoxien sehr unvollkommen herausarbeitete. Wir müssen aber bedenken, daß selbst die „Analytiken" im Hinblick auf eine spätere Vervollkommnung geschrieben  wurden. Der „Wissenschaft der Logik" ging die Aristotelische Syllogistik um mehr als zwei Jahrtausende voraus. Das schmälert die Bedeutung Hegels als Logiker in bedeutendem Maße.

Was Hegel, dreiundzwanzig Jahrhunderte nach dem Stagiriten, ausführte, konnte Heraklit - fast zwei Jahrhunderte vor dem Verfasser der „Analyti­ken" - natürlich nicht erarbeiten. Wir behaupten jedoch, daß die Dialektik  Heraklits nicht nur methodologische Prinzipien enthält, die wesentliche Züge der objektiven Dialektik widerspiegeln, sondern implizit auch jene logischen Konsequenzen, aus denen sich viele Jahrhunderte später die dialektische Logik entwickelte.

Weil seine Weltanschauung die metaphysische Weltvorstellung weit hinter sich ließ, erhielt Heraklit bis in unsere Zeit hinein den Beinamen „der Dunkle". Für das metaphysische Denken ist er tatsächlich dunkel, unver­ständlich, widersprüchlich. Theophrast, der große Schüler des Aristoteles, beispielsweise zweifelte an den geistigen Fähigkeiten des Ephesiers, und selbst Aristoteles spottete über Heraklits Behauptung, dasselbe Ding könne sein und zugleich nicht sein, „wie manche meinen, daß Heraklit behauptet ..."(118) Für Aristoteles gründet sich die Wahrheit des Prinzips vom aus­geschlossenen Widerspruch eben gerade auf die (scheinbare) ontologische Unmöglichkeit der Einheit von Gegensätzen.

Die moderne Wissenschaft wies die Gültigkeit des Prinzips von der Ein­heit der Gegensätze für viele Bereiche der Realität nach, z. B. für den Be­reich der Elementarteilchen. So entdeckte erst sie den tiefen Wahrheitsge­halt des Heraklitischen Paradoxons, erkannte erst sie, daß sich in diesem Paradoxon ein wesentlicher Zug aller existierenden Dinge verbirgt. Aber was Physiker, Chemiker und Biologen längst begriffen haben, ist für die Logiker anscheinend weniger selbstverständlich. Der große Logiker Bertrand Russell z. B. kritisiert Heraklit ebenso, wie es schon früher Aristoteles tat. Noch in der metaphysischen Denkhaltung befangen, hält Russell das Frag­ment „Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen nach Heraklit" (119) für „dem Geist nach wissenschaftlich", das folgende Fragment aber, in dem Heraklit das widersprüchliche Wesen der Bewegung und des Werdens charak­terisiert, für mystisch: „In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht, wir sind und wir sind nicht."(120) Wir steigen tatsächlich in denselben Fluß und doch nicht in denselben, denn der Fluß ist genauso wie wir selbst ständigen Veränderungen unterworfen, und deshalb sind einerseits sowohl der Fluß als auch wir dieselben und doch nicht dieselben; andererseits sind wir der realisierte Widerspruch des Seins und Nichtseins, denn der Widerspruch des gleichzeitigen Seins und Nichtseins, das Übergehen von einem zum anderen drückt sich in unserer eigenen Beschaffenheit aus.

Das Platonsche „Gastmahl" enthält einen Text, der dem Fragment des Heraklit sehr nahekommt, obwohl die Paradoxien des Ephesiers den Lehrer der Akademie entrüsteten. „Denn man sagt ja auch, daß jedes einzelne der Lebewesen lebe und dasselbe bleibe, wie einer auch von Kindheit an derselbe genannt wird, bis er alt geworden ist, und wird gleichwohl immer der­selbe genannt, da er doch niemals dasselbe in sich enthält, sondern immer neu wird und das andere verliert, an Haaren und Fleisch, Knochen und Blut und am gesamten Körper, und das nicht nur am Leibe, sondern auch an der Seele: Die Denkweise, die Sitten, Meinungen, Begierden, Lüste, Schmer­zen, Ängste, dies alles bleibt in keinem jemals dasselbe, sondern das eine entsteht, das andere verschwindet."(121)

Man enthält „niemals dasselbe in sich", das ist natürlich nicht dem „wir sind es, und wir sind es nicht" äquivalent, denn Piaton sieht - in Übereinstim­mung mit den „sikelischen Musen" (Empedokles)(122) - die Widersprüche in der Aufeinanderfolge, während die „ionischen Musen" (Heraklit) sie in der Gleichzeitigkeit sehen. Der Platonische Text kann jedoch leicht in die These Heraklits verwandelt werden, denn wenn der körperliche und geistige Mensch „immer neu wird", so ist er ein Widerspruch zwischen Sein und Nichtsein, der Ubergang von einem zum anderen durch das „wir sind es, und wir sind es nicht".

Die moderne Physik und Biologie bestätigen diesen Widerspruch, der die Quelle jeglicher Bewegung und Entwicklung ist, auf das Glänzendste. Aller­dings scheinen die Logiker, die die Prinzipien der Identität und des aus­geschlossenen Widerspruchs verabsolutieren und Heraklits Thesen für my­stisch erklären, davon keine Notiz zu nehmen. Doch wenn sie konsequent wären und - wie Parmenides - den Mut hätten, wirklich beim Prinzip der (abstrakten) Identität stehenzubleiben, so dürften sie auch nicht die ein­fachste lineare Evolution zulassen, die Russell als „dem Geist nach wissen­schaftlich" akzeptiert. Nur ein Denker - Parmenides - nahm das Prinzip der tautologischen Identität ernst, und als Konsequenz ergab sich: die Negation der Mannigfaltigkeit und der Bewegung. Entwicklung ohne Koexistenz von Gegensätzen zuzulassen bedeutet, diese Entwicklung zu mystifizieren. Sie erscheint dann entweder als unerklärbar und grundlos oder als durch einen übernatürlichen Antrieb hervorgerufen. Entwicklung ohne Einheit von Ge­gensätzen würde die Frage des Parmenides rechtfertigen: „Denn was für einen Ursprung willst du für dieses ausfindig machen? Wie, woher sein Heranwachsen?"(123)

Einheit und Identität der Gegensätze ist keine alogische und mystische Idee (obwohl sie sich in primitiver Form auch im Denken der Vorklasscn-gesellschaft findet), sondern sie ist der höchste Ausdruck der Rationalität und Strukturiertheit des Existierenden, ein Sachverhalt, der durch die Entwick­lung der modernen Wissenschaft glänzend bestätigt wird. Russell wird durch seine logische, methodologisch-metaphysische Konzeption, seine Bevorzu­gung der tautologischen Identität, sein ausschließliches Interesse für die for­male Logik fehlgeleitet. Deshalb schreibt er auch: „Es ist Mystizismus, der Heraklit dazu führte, die Einheit der Gegensätze zu behaupten."(124) Russell hält unter anderem auch das Fragment 41 für mystisch: „Eins nur ist das Weise, sich auf den Gedanken zu verstehen, als welcher alles auf alle Weise zu steuern weiß."(125) Es geht dabei um die Erkenntnis des universellen Zu­sammenhangs und der Wechselwirkung, um einen Gedanken also, der na­türlich nicht in die Konzeption des logischen Positivismus paßt, der aber einer der wichtigsten Gedanken der wissenschaftlichen Weltanschauung über­haupt ist.

In bezug auf das Prinzip der abstrakten Identität (A = A) ist das Prinzip von der Einheit und Identität der Gegensätze allerdings alogisch. Aber in diesem Fall ist auch die Entwicklung als solche alogisch. Die Eleaten hatten den Mut, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen; sie bestritten die Mög­lichkeit jeder Entwicklung: „Aber unbeweglich - unveränderlich liegt es (das Seiende - A. J.) in den Grenzen gewaltiger Bande ohne Ursprung, ohne Aufhören; denn Entstehen und Vergehen wurden weit in die Ferne verschla­gen, es verstieß sie die wahre Überzeugung."(126)

Keiner der nacheleatischen Denker wagte es, diese These zu übernehmen; viele von ihnen formulierten zwar ebenfalls das Prinzip A = A, wichen aber den Konsequenzen aus.

Das Prinzip von der Einheit und der Identität der Gegensätze erscheint zwar in Verbindung mit dem Prinzip der tautologischen Identität (A = A) als absurd, ist dies aber nicht in jener Logik, die den Heraklitischen Fragmen­ten zugrundeliegt, und diese Logik hat sich letzten Endes als Logik der Wis­senschaft erwiesen, als eine Logik, die es erlaubt, die Aussagen der modernen Wissenschaft adäquat auszudrücken. Die Identität der Gegensätze ist kein Mystizismus, sondern der tiefe dialektische Ausdruck der Rationalität des Existierenden.

Heraklit entwickelte die Kerngedanken der dialektischen Methode und Logik. Bei ihm war die Methode gleichzeitig objektiver Inhalt und subjek­tives Verfahren. Beides wurde oft voneinander abgesondert und entgegen­gesetzt, aber das griechische Denken - einschließlich das der Eleaten - be­wahrte die Elemente der dialektischen Denkweise, jener Denkweise, die wie ein vitales Fluidum den Paradoxien des Ephesiers innewohnt. Aus diesem Grunde bemerkt Engels richtig: „Die alten griechischen Philosophen waren alle geborene naturwüchsige Dialektiker."(127) Im Sinne der subjektiven Me­thode waren alle griechischen Philosophen Dialektiker. Die Tatsache, daß Parmenides sich einer subtilen Dialektik bediente, um den undialektischen Charakter des Universums zu demonstrieren und das Denken in das Pro­krustesbett des Prinzips der tautologischen Identität zu zwingen, muß man schon als eine seltsame Ironie des Logos bezeichnen. Das Poem des Parmeni­des ist ein ebenso brillantes Beispiel für die Technik der Dialektik wie die be­rühmten Zenonschen Aporien, die gegen die Bewegung und die Vielheit, d. h. gegen die objektive Dialektik gerichtet waren. Zenon von Elea beweist eine solche Meisterschaft in der Beherrschung der Technik der Dialektik, daß ihn Aristoteles geradezu als den „Entdecker der Dialektik" betrachtete.(128) Er benutzte die Möglichkeiten der Technik der Dialektik meisterhaft, um seine antidialektischen Paralogismen zu verbergen. Die Eleaten trennten die ob­jektive Dialektik von der subjektiven. Diese Trennung führte in der weiteren Entwicklung der griechischen Philosophie - in größerem oder geringerem Grade - zum Verlust der wesentlichen Gedanken Heraklits. Diese Gedanken gerieten zwar nicht in Vergessenheit, sondern befruchteten die Philosophen der Antike auch weiterhin, aber erst mit dem Aufblühen der Wissenschaften seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen sie wieder voll zur Geltung, er­hielten sie ihren Glanz zurück, der über viele Jahrhunderte hinweg durch die Metaphysik getrübt worden war.

Anmerkungen

76) Siehe Platon, Das Gastmahl, 187.

77) Siehe Aristoteles, Metaphysik, A 5. 986b 18 - 20.

78) W. I. Lenin, Zur Frage der Dialektik, S. 338.

79) Siehe ebenda, S. 332.

80) J. Burnet, Die Anfänge der griechischen Philosophie, S. 130.

81) H. Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, Bd. I, 22, fr. 80.

82 Siehe L. Robin, La pensee grecque, S. 104.

83) J. Burnet, Die Anfänge der griechischen Philosophie, S. 165.

84) H. Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, 28, Bd. I, fr. 7. 8.

85) M. Heidegger, Einführung in die Metaphysik, Tübingen 1953, S. 104.

86) H. Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, Bd. I, 28, fr. 6.

87) G. F. W. Hegel, Sämtliche Werke, Bd. 2, Stuttgart 1951, S. 23.

88) H. Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, Bd. I, 22, fr. 53.

89) Aristoteles, Nikomachische Ethik, 2, 1155b 4.

90) H. Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, Bd. I, 22, fr. 51.

91) Aristoteles, Eudemische Ethik, VII 1, 1235a 25.

92) H. Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, Bd. I, 22, fr. 80.

93) Ebenda, fr. 101.

94) J. Burnet, Die Anfänge der griechischen Philosophie, S. 129.

95) Chevalier, Histoire de la Pensee, S. 88.

96) Siehe ebenda, S. 92.

97) Siehe Th. Gomperz, Griechische Denker, Bd. 1, S. 64 f.

98) Siehe G. Milhaud, Les Philosophes geometres de la Grece, S. 78.

99) Siehe W. I. Lenin, Konspekt zu Lasalles Buch über die Philosophie des Herakleitos,

100) S. 327. 100 Ebenda, S. 331.

101) H. Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, Bd. I, 22, fr. 64.

102) Platon, Das Gastmahl, 187 A.

103) Aristoteles, Metaphysik, T3. 1005b 18 - 20.

104) Ebenda, K 5. 1061b 34 - 1062a 3.

105) Ebenda, K 5. 1062a 14 - 18.

106) Ebenda, K 5. 1062a 20 - 23.

107) Ebenda, K 5. 1062a 31-1062b 3.

108) Siehe Aristoteles, Metaphysik, T 3. 1005b 34.

109) Ebenda, F 4. 1005b 35 - 1006a 6.

110 Aristoteles, Metaphysik, TS. 1009a 33 - 37.

111) Ebenda, F 5. 1009a 37 - 38.

112) Siehe Aristoteles, Sophistische Widerlegungen, 34. 185 b.

113) Aristoteles, Metaphysik, T 3. 1005 b 26.

114) J. Burnet, Die Anfänge der griechischen Philosophie, S. 130.

115) G. Thomson, Forschungen zur altgriechischen Gesellschaft, Bd. 2, Berlin 1961, S. 234.

116) Ebenda, S. 281 f.

117) Mit dem wir in der Interpretation von Heraklit nicht in allen Punkten übereinstimmen, z. B. in der Interpretation des Logos.

118)  Aristoteles- Metaphysik, T 3. 1005 b 25.

119) H. Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, Bd. I, 22, fr. 91.

120) Ebenda, Bd. I, 22, fr. 49 a.

121) Platon, Das Gastmahl, C 26. 207.

122 Siehe Piaton, Sophistes, 30. 242.

123) H. Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, Bd. I, 28, fr. 7, 8.

125) B' Russell, Mysticism and Logic, New York 1957, S. 5. l H- Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, Bd. I, 22, fr. 41.

126) Ebenda, Bd. I, 28, fr. 7, 8.

127) F. Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, S. 19.

128) Man vergesse hier nicht den grundlegenden Sinn, den Aristoteles dem Wort „Dialek-
tik" beilegt.

Editorische Hinweise

Der Text wurde entnommen aus: Günter Kröber (HG), Wissenschaft und Weltanschauung in der Antike, Berlin 1966, S.37-56
Athanase Joja war damals Mitglied der rumänischen Akademie der Wissenschaften. Der Beitrag ist eine gekürzte Fassung zweier Aufsätze, die 1960/61 in Rumänien veröffentlicht wurden. Die deutsche Übesetzung besorgten Frau G. Richter und Herr Pomerenke.

TREND OCR-Scan 2019

Siehe auch: Teil I - Die Ionischen Naturphilosophen , Teil II - Die Anfänge des wissenschaftlichen Denkens bei den Pythagoreern und Teil III- Heraklit, der Begründer der Dialektik (Abschnitt 1-3)